Unser Japangarten – Bauabschnitt VI – Mitsuishi no Tsukiyama – 三石の築山 – Hügel der drei Steine

Hier links an der Carport-Rückwand seht ihr den Bereich, der nun gestaltet wird.

Ich habe diesen Abschnitt Mitsuishi no Tsukiyama getauft. Ein Tsukiyama-Garten ist ein japanischer Hügel- und Landschaftsgarten. Sein Kern ist nicht einfach ein Hügel, sondern die Verdichtung einer ganzen Landschaft im Kleinen: Berge, Täler, Wasserläufe, Teichufer, Inseln, Wege, Steine und Gehölze werden so komponiert, dass ein kleiner Garten wie ein weiter Naturraum wirkt. Der Zusatz Mitsuishi bedeutet „Drei Steine“. Diese Dreiergruppe mit einem Hauptstein (Tate Ishi), einem Begleitstein (Soe Ishi) und einem liegenden Stein (Yoko Ishi) wird hier ihren Platz finden. Die Steine habe ich während eines Urlaub in der Pfalz über Kleinanzeigen ergattert. Ich habe sie mal auf dem Rasen ausgelegt, um die Anordnung auszuprobieren. Dazu seht ihr eine KI-Vorschau, wie das Ganze eingewachsen aussehen könnte.


Die Steine haben Rollen. Ich habe euch das mal mit einer KI-Illustration aufbereitet.

Der aufrecht stehende Tate Ishi ist Oberhaupt, das Zentrum. Ein guter Hauptstein dominiert nicht. Er hält den Raum. Wenn er zu laut wird, kippt die Gruppe in Machtausübung. Wenn er zu schwach steht, verliert die Gruppe Richtung. Der Soe-Ishi ist der Begleiter und unterstützt den Hauptstein. Aber ohne ihn steht der Hauptstein allein. Der Begleitstein macht aus Stärke erst Beziehung.
Diese Rolle wird oft unterschätzt. Komplettiert wird das Trio durch den liegenden Yoko-Ishi – Auf Menschen übertragen, steht er für jemanden, der nicht glänzen muss, aber die ganze Gruppe stabilisiert. Alle drei funktionieren nur zusammen. Ich finde, das ist eine schöne Philosophie, die sich dahinter verbirgt.

Nun begann die Arbeit: Ich lagerte zunächst die Pflanzen, die ich hier geparkt hatte, an eine andere Stelle um – so langsam geht mir die Abstellfläche zu Neige.

Die Erdbienen, die sich in meinem Erdhaufen angesiedelt hatten, habe ich seit Tagen nicht mehr gesehen. Also kann ich den großen Erdhügel in diesem Bereich wieder bewegen.

Zunächst habe ich mal wieder Pflanzen aus dem alten Terrassenbeet entfernt. Dieses Mal waren viele kleine Traubenhyazinthen-Zwiebeln zu retten. Der Dost war hier auch überall dazwischen. Ich hoffe, ich werde ihn jetzt los. Auch alter Rasen musste entfernt werden. Der Grünabfallhaufen wird immer höher. Vielleicht arbeite ich einige Rasensoden als Gründünger unter die Hügel ein. Auch wenn der Erdhaufen nach viel aussieht, wenn der auseinandergezogen wird, bleibt da nicht mehr so viel übrig.

Abschnittsweise arbeite ich mich mit dem Entfernen des alten Grünzeugs voran.

Einer Idee folgend habe ich dann ein älteres Experiment herausgeholt: Ein Shishi Odoshi

Ein Shishi Odoshi ist ein japanisches Wasserspiel aus Bambus: Wasser läuft langsam in ein beweglich gelagertes Bambusrohr. Sobald es voll genug ist, kippt es, leert sich, fällt zurück und schlägt mit einem trockenen „Klonk“ auf einen Stein.

Ursprünglich diente es dazu, Rehe, Wildschweine oder andere Tiere zu erschrecken und von Pflanzen fernzuhalten. Heute wird es im japanischen Garten vor allem wegen seiner Klangwirkung eingesetzt: Der einzelne, wiederkehrende Ton macht die Stille bewusster. Er passt sehr gut zum Prinzip Seijaku, also innerer Ruhe, und zu Wasser als lebendigem, fließendem Gestaltungselement.

Die Bambusteile, die ich schon früher einmal für einen Entwurf gebaut habe, wurden wieder aktiviert und ich habe das mit einem Wasserlaufbecken und einer Solarpumpe probeweise aufgebaut. Das kippende Rohr war noch nicht dicht. Für den Test habe ich einfach eine Tüte mit einem Gummi eingesetzt.

Das hat schon mal gut funktioniert. Man braucht in der Tat nur sehr wenig Wasser, damit der Klack nicht dauernd kommt.

Den Zulauf zum Füllen wollte ich noch kompakter gestalten. In das Querrohr über den Stützen wollte ich nicht noch ein Loch bohren. Daher habe ich mich für einen seitlichen Zulauf entschieden.

Damit war ich sehr zufrieden. Die Plastik-Wasserlaufwanne hat es wieder mal nicht in den Garten geschafft. Ich werde hier ein im Boden eingelassenes Brunnenbecken (wie beim Tsukubai) verwenden. statt der Granitschale gibt es ein Kiesbett in dem das Wasser verschwindet. Hier wird wieder eine Oase Aquarius 600 zum Einsatz kommen, die ich voll drosseln werde. Damit das Wasser, das am klappenden Rohrteil herabläuft, nicht aus dem Kreislaufsystem verschwindet, werde ich hinten etwas Teichfolie anbringen. Die soll das Wasser wieder in das Bodenreservoir zurückleiten. Wenn ich mal kein Klacken hören möchte, kann ich den Einlauf etwas drehen, dann ist das ein einfaches Wasserspiel. Die Stromzufuhr möchte ich mit einem Shelly schalten können.

Nun habe ich den perfekten Platz für das Shishi Odoshi im Garten gesucht. Es sollte nicht sofort zu sehen sein – etwas, das man entdeckt. Ich habe die Gestaltung des Weges etwas angepasst. Zuvor war er nur leicht geschwungen. Nun werde ich schöne Kurven modellieren. Der Pfad wird dann wie in einem Tal durch die Tsukiyama (Hügel) hindurchführen. Dabei wird man den Shishi Odoshi entdecken.

Der Shishi Odoshi ist an der grün markierten Stelle geplant, die rote Linie ist der Verlauf des Weges. Der orangefarbene Kreis markiert den Platz an den der Hügel verschoben wird.

Die Bienen hatten leider nur eine Flugpause. Also habe ich diesen Teil des Hügels sehr vorsichtig bearbeitet und konnte die gewünschte Gestaltung vornehmen, ohne die Bienen zu stören. Die dürfen gerne bleiben.

Die Hügel wurden modelliert und anschließend nochmal flacher modelliert damit die Flanken nicht zu steil sind.

Das Brunnenbecken wurde geliefert und eingebuddelt – den überschüssigen Mutterboden habe ich wieder per Anhänger weggebracht. Dann wurde der Shishi Odoshi installiert. Als Abdeckung für das Brunnenbecken habe ich schwarzen Basaltsplitt verwendet. Bei Kleinanzeigen habe ich nochmal Findlinge besorgt. Die haben hier gleich als Umrandung ihren Platz gefunden.

Das sieht fast schon wie ein Tempel aus. Als Trittsteine für den Weg müssen erst einmal einige Betonsteine aus dem Bestand herhalten. Die namensgebenden „Drei Steine“ haben nun ihren Platz ebenfalls gefunden.

Pinienrinde wurde gekauft, um die Tsukiyama-Hügel abzudecken. Ich wollte nach einem Kurzurlaub keine Unkrauthölle vorfinden.

Am Abend habe ich dann noch die drei Zwerg-Rhododendren eingepflanzt. Auch etwas Sternmoos und Hernaria Glabra sowie geteiltes Bärenfellgras und eine Segge fanden schon Platz auf dem ersten Hügel.

Dann ging es in den Kurzurlaub. 5 Tage keine Erde schippen :-).

Im Kurzurlaub habe ich gelegentlich nach Trittsteinen bei Kleinanzeigen gesucht. Ich habe ein Angebot entdeckt und konnte nach der Rückkehr 23 unregelmäßig gebrochene runde Granit-Trittsteine zu ergattern. Die waren schon 20 Jahre alt und hatten Patina. Die Steine hatten eine glattpolierte Seite. Das war als Trittstein natürlich zu rutschig. Die Rückseite war zum Glück rau. Nach etwas Abbürsten sahen die prima aus. Hier habe ich sie zur Probe ausgelegt.

Bereits vor dem Urlaub habe ich noch eine Kasuga-Laterne aus Granit bestellt. Die wurde in unserer Abwesenheit schon geliefert und wurde ebenfalls gleich platziert.

Nun ging es an die Gestaltung der Ränder des Weges. In einer KI Simulation habe ich mir mal angeschaut, wie Korten Stahl als Einfassung der Wege aussehen würde.

Das hat mir sehr gut gefallen und ich habe mich für die Rasenkanten aus Korten Stahl entschieden. Die Bänder funktionieren genauso wie die Rasenkanten aus verzinktem Stahl beim Tsukubai und bei dem Kiesbeet. Sie lassen sich einfach koppeln (Mit einer Spitzzange habe ich die Lasche an der Verbindung sehr gut umbiegen können) und werden mit einem untergelegten Holzstück und einem Hammer in den Boden getrieben um sie zu fixieren. Nach einigem Suchen habe ich diese Kortenstahl Rasenkanten entdeckt. Diese Variante hat sehr hilfreiche Erdspieße die das ausrichten sehr vereinfachen und auch noch für guten Halt sorgen.

Der Name Korten Stahl setzt sich aus corrosion resistance and tensile strength zusammen. Der Stahl wird stahlgrau geliefert. Mit der Zeit bildet er eine schützende Rostschicht. Der Vorgang kann Monate dauern. Diesen Vorgang kann man abkürzen.

Dazu werden die Stahlbänder z.B. mit Seifenlauge zuerst gereinigt um das Fett zu entfernen und dann mit folgender Mischung besprüht:

  • 50ml Essig
  • 200ml Wasser
  • 1/2 bis 1/4 Teelöffel Salz

Die so behandelten Bänder rosten binnen kürzester Zeit. Man kann fast dabei zuschauen.

Hier habe ich die ersten Bänder eingebaut. Das hat sehr gut funktioniert. Man muss nur aufpassen, dass man beim Einschlagen der Spitzen keine Schläuche der Bewässerung erwischt.

Man kann damit schön geschwungene Formen modellieren.

Die Trittsteine werde ich jeweils in ein Feinsplittbett setzen. Auf den Boden des Weges soll ein Unkrautvlies ausgelegt werden – aus dem schneide ich die Trittsteine dann aus. Damit das Vlies nicht verrutscht habe ich mir solche Erdanker bestellt. Diese sorgen dafür, dass das Vlies später nicht verrutscht.
Als nächstes stellte sich die Frage: Welche Sorte Splitt nehme ich für den Weg? Man soll ja Splitt nehmen, da Kies rund ist und verrutscht, während Splitt sich verzahnt und da bleibt wo er ist.

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Dunkler oder heller Splitt? Granit oder Basalt?
Hier die zur Auswahl stehenden Materialien. Den Basaltsplitt habe ich auch noch angefeuchtet ausgelegt. Da ist der viel dunkler.

Bei der Auswahl konnte die KI wieder mit einer Vorschau dienen.

Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Berücksichtigt werden muss einerseits der Kontrast zu den Trittsteinen aus Granit, der Laterne, der Pinienrinde und der Pflanzen.
Der Shishi Odoshi sollte seinen Basaltsplitt behalten und sollte vom Weg optisch getrennt werden (oder doch nicht?).
Schwarz verkleinert die Wege optisch, hell vergrößert sie. Im Sommer wird der Basalt heißer. Die Entscheidung fiel mir nicht leicht.

Ein Kurzbesuch beim örtlichen Puttenpark offenbarte noch eine schöne Entdeckung. Ein Frosch aus Granit. Der erinnerte mich gleich an die Dōsojin Statue aus dem Ghibli-Film „Chihiros Reise ins Zauberland“.

Ein Platz war schnell gefunden. Eine Beleuchtung hat er auch gleich bekommen.

Was mir zuerst nicht aufgefallen ist: Es sind zwei Frösche! Auf den ersten Blick wirkt es wie ein einzelner Frosch, doch beim näheren Hinsehen erkennt man zwei übereinander sitzende Tiere in der natürlichen Paarungsstellung, dem sogenannten Amplexus. Ihren Platz hat die Skulptur am Eingang zur Koshikake Machiai, dem Wartebereich des Teeplatzes, gefunden. Dort fügt sie sich nicht nur harmonisch in die Teichlandschaft ein, sondern symbolisiert auch Leben, Harmonie und – ganz im japanischen Sinne des Wortes „Kaeru“ – die glückliche Heimkehr.

Die Beleuchtung für den Gartenteil habe ich installiert. Die Kasuga Laterne, der Acer Palmatum Shaina, die Laterne am neuen Teich und der Acer Palmatum Dissectum Viridis sind nun mit 24V Lampen bestückt.


Wie man sieht habe ich die Trittsteine schon in Feinsplitt gelegt. Darum herum kam dann noch Unkrautvlies.

Ich habe mich dann für verschiedene Zonen für Granitsplitt und Basaltsplitt entschieden. Auf dem Pfad zur Kasuga Laterne habe ich Granitsplitt ausgebracht. Zusätzlich habe ich zur Stabilisierung Granitschwellen (Auch um Höhenunterschiede auszugleichen) eingebaut.

Im hinteren Teil (Nebenweg) habe ich Basalt verwendet.

Am Teich habe ich einen Trittstein nahe am Wasser als Beobachtungsort platziert. Den Höhenunterschied habe ich mit einem Kortenstahlband stabilisiert. Auch hier kam Basalt zum Einsatz, der sich bis in den Teichrand fortsetzt.

Und was soll ich sagen – der Rohbau des Gartens ist fertig.

Nach eineinhalb Jahren ist nun das Grundgerüst vollendet. Nun wird noch etwas nachgepflanzt und der Garten darf altern und sich entwickeln. Ich werde die Entwicklung natürlich begleiten und lenken.

Unser Japangarten – Dritter Bauabschnitt: Unsere Koshihikake Machiai (腰掛待合)

Im dritten Bauabschnitt widme ich mich unserer Koshikake Machiai. Das ist eine Sitzbank nahe dem Eingang eines japanischen Teegartens, auf der Gäste bei einer Teezeremonie auf den Gastgeber warten und den Garten schon einmal betrachten können. Traditionell besitzt die Bank ein Dach, um Schutz vor der Witterung zu bieten.

Den vorgesehenen Platz neben dem Eingang haben wir schon beim Umbau des Gartens liebgewonnen und dort zunächst zwei Holzstühle aufgestellt. Von hier aus lässt sich abends wunderbar der Sternenhimmel – besonders die Perseiden – beobachten.

Ein Dach wollen wir bewusst weglassen. Stattdessen spannen sich Rankpflanzen schützend über die Köpfe, und der Blick zum Himmel bleibt frei. Ganz nach dem japanischen Gestaltungsprinzip Shakkei (借景 – „geliehene Landschaft“) beziehen wir hier den Sternenhimmel als höchstes Element mit in die Planung ein.

Von diesem Platz aus hat man auch einen schönen Blick in den späteren Garten. Dort, wo jetzt noch Kübel stehen, soll einmal der zweite Teich mit Wasserlauf entstehen.

Hier soll irgendwann eine schlichte Bank aus Stein und Holz ihren Platz finden. Vorerst wollen wir aber noch nicht auf unsere vorhandenen schönen Stühle verzichten.

Der Platz für den Hauptgast soll durch einen Trittstein vor dem Sitzplatz hervorgehoben werden. Den Boden möchte ich Pflastern – ähnlich wie beim Schuppen.

Ich habe hier einmal die Umrandung und den Trittstein zur Probe ausgelegt und lasse das Layout mal ein paar Tage so liegen. Die Umrandung möchte ich mit verschiedenen Formaten von Granisteinen und Findlingen auflockern. Die Findlinge sollen so aussehen als ob sie „vorher schon da waren“ und dass man um sie herumgepflastert hat.

Für die Pflasterung möchte ich wieder einen Mix aus anthrazitfarbenen Betonplatten, Granit, Feldsteinen und Granitkies verwenden. In die Fugen pflanze ich dann Sternmoos oder andere Pflanzen die zum Standort passen. Die Bewässerungsleitung ist hier ja verfügbar. Vielleicht finde ich noch einen kleinen Trittstein für den zweiten Sitzplatz. Der Rasen kommt ja komplett weg. der Weg durch den Garten soll später über Trittsteine laufen.

Hier ist mal eine KI Vorschau wie der Platz dann bald aussehen könnte:

Die eingewachsene Variante gefällt mir schon ausgesprochen gut. Das wird sich nicht ganz so umsetzen lassen aber immerhin eine schöne Inspiration.

Nun musste mal wieder Erde ausgehoben und Sand besorgt werden.

Das Muster für die Steine hab ich mal in verschiedenen Varianten gezeichnet:

das habe ich probeweise mit den echten Steinen nachgelegt. Den großen Trittstein habe ich durch einen kleineren ersetzt und eine quadratische Platte as Markierung für den linken Sitzplatz eingebaut. Den Findling der den Rand durchbricht ist auch dominanter – als hätte er schon vorher dort gelegen.

Die Steine der Umrandung habe ich in Gartenbeton verlegt.

Dann noch das Plaster einschlämmen.

Und sauber machen.

Einen Granitstein habe ich nur lose eingesetzt. Hier kommt nun ein Farn hinein. Dabei habe ich das erste Sternmoos in die Fugen eingesetzt.

Mit den Stühlen sieht das jetzt so aus:

Nun ging es an die Bepflanzung. Zur Verfügung hatte ich den Acer Palmatum „Shaina“ (Fächerahorn), Hosta (Funkien), Carex, Farn und japanisches Blutgras. Vom Teichbeet habe ich noch eine gute Portion Sternmoos geerntet (da wurden die Steine schon überwuchert). Wie üblich habe ich eine Stellprobe in den Blumentöpfen gemacht.

Die KI hatte auch einen Vorschlag für die Bepflanzung gemacht. Hier das Bild:

Der Sitzplatz hatt schon was besonderes. Man hatte das Gefühl man müsse die schmutzigen Schuhe davor stehen lassen. Da hatte ich einen Einfall, dass ein großer Trittstein – vor dem Platz des Hauptgastes gut passen könnte. ein passender Stein war im Bestand.

Die Bepflanzung habe ich noch etwas auseinander gezogen. Der Trittstein ist ein richtige Brummer. Damit er richtig zur Geltung kommt habe ich ihn in Kies gelegt. Mit einem Schutzflies und dem Rest einer Metall-Rasenkante auf der einen und mit Granitsteinen auf der anderen ist das ein schöner Rahmen und eine Vorschau wie ganze Weg durch den Garten einmal aussehen könnte.

Die Bewässerung und einen Sechsfachregner zum Besptühen des Sternmooses habe ich auch noch installiert. Die kleinen Begleitsteine (Sute-ishi) neben dem Trittstein waren übrigens ein Vorschlag der KI.

So sieht das nun fertig aus:

Jetzt überlege ich wo ich den vierten Bauabschnitt starte. Mein Favourit ist das zweite Teichbeet, da es die Maße für den weitern Ausbau festlegt. Links von der koshikake machiai wäre auch denkbar… aber ich wollte mit dem Umsetzen des Apfelbaums auf den späten Herbst warten.

Teekannen, die mich begleiten – Alltagshelfer und Designlieblinge

Tee ist für mich mehr als nur ein Getränk – es ist ein Moment der Ruhe und ein kleines Ritual, das den Alltag bereichert. Dabei spielen die Teekannen, die ich benutze, eine entscheidende Rolle. Einige sind praktische Helfer, die ich täglich verwende, andere habe ich wegen ihres Designs oder ihrer Skurrilität ausgewählt. Aber genau das macht ihren Charme aus.

In diesem Beitrag stelle ich dir die Teekannen vor, die mich aktuell begleiten, und zeige, warum sie für mich mehr sind als nur einfache Gefäße.

Der Gaiwan: Das Schweizer Taschenmesser der Tee-Zubereitung

Wenn es einen Alleskönner unter den Teegefäßen gibt, dann ist es der Gaiwan. Dieses schlichte, vielseitige Gefäß eignet sich für nahezu jede Teesorte – von Grüntee über Oolong bis hin zu Pu-Erh. Ein großer Vorteil des Gaiwans ist, dass man den Tee direkt und schnell abgießen kann. Das macht ihn ideal, um besonders kurze Ziehzeiten präzise darzustellen – etwas, das bei Teekannen mit längeren Ausgusszeiten schwieriger umzusetzen ist. Für längere Ziehzeiten hat der Gaiwan allerdings den Nachteil, dass ihm das Wärmespeichervermögen fehlt, um die Temperatur konstant zu halten. Trotzdem bleibt er durch seine Flexibilität und Präzision ein unverzichtbarer Begleiter.

In Deutschland ist der Gaiwan oft noch ein eher unbekanntes Gerät. Ich selbst habe ihn erst kennengelernt, als ich mich intensiver mit Gongfu Cha – der chinesischen Kunst der Tee-Zubereitung – beschäftigt habe. Anders als die klassischen Teekannen, die hierzulande geläufig sind, hat der Gaiwan etwas Exotisches an sich. Seine schlichte Konstruktion aus einer Schale, einem Deckel und einem Unterteller mag auf den ersten Blick unscheinbar wirken, doch genau darin liegt seine Schönheit. Der Gaiwan ist ein echtes Werkzeug der Tee-Kultur, das jahrhundertelange Tradition in sich trägt.

Mein Gaiwan hat ein klassisches chinesisches Blumenmuster in Blau-Weiß. Dieses zeitlose Design verbindet Eleganz und Tradition und macht ihn zu einem Highlight auf meinem Teetisch. Einfach in der Handhabung und gleichzeitig ein optischer Genuss – er ist mein treuer Begleiter für jede Art von Tee.

Technische Daten

  1. Fassungsvermögen: 
    • 115 Milliliter nutzbar
    • 171 Milliliter bis zum Rand
  2. Gewicht: 
    • 115 Gramm.

Beispiel für einen Gaiwan


Die Kyusu – Tradition trifft Funktionalität

Nach dem vielseitigen Gaiwan möchte ich dir nun eine meiner liebsten japanischen Teekannen vorstellen: die Kyusu.

Die Kyusu, eine traditionelle japanische Teekanne, ist ein unverzichtbares Werkzeug für die Zubereitung von Grüntee. Anders als herkömmliche Teekannen, die wir hier in Deutschland kennen, zeichnet sich die Kyusu durch ihre seitlich angebrachte Griffart aus. Diese Konstruktion macht sie besonders ergonomisch und erlaubt ein präzises und müheloses Eingießen. In Japan ist die Kyusu die Standardform einer Teekann, doch außerhalb Asiens ist sie oft noch ein Geheimtipp.

Ich habe meine unglasierte Kyusu entdeckt, als ich begann, mich intensiver mit hochwertigem Grüntee zu beschäftigen. Sie ist perfekt für die Zubereitung von Teesorten wie Sencha oder Gyokuro, die eine präzise Kontrolle der Temperatur und Ziehzeit erfordern. Die Kyusu erlaubt es, das volle Aroma des Tees zu entfalten, während das integrierte Sieb verhindert, dass Blätter in die Tasse gelangen.

Ein weiterer besonderer Aspekt der Kyusu ist das Material: Der mineralstoffreiche Ton aus Tokoname wirkt sich direkt auf den Geschmack des Tees aus. Der Ton ist porös und kann kleinste Unreinheiten im Wasser binden, was zu einem klareren und weicheren Tee führt. Darüber hinaus speichert die Kyusu die Wärme optimal, ohne den Tee zu überhitzen – ein entscheidender Vorteil bei empfindlichen Teesorten wie Gyokuro. Mit jeder Nutzung wird der Ton außerdem „eingearbeitet“ und entwickelt eine Patina, die die Aromen zukünftiger Aufgüsse positiv beeinflusst. Dadurch wird die Kyusu mit der Zeit zu einem noch persönlicheren Werkzeug.

Meine Tokoname-Kyusu wurde von Meister Gyokko gefertigt, einem bekannten Töpfer aus Tokoname, Japan. Das Design besticht durch seine vertikalen Rillen („Sendan“), die nicht nur optisch ansprechend sind, sondern auch eine angenehme Haptik bieten. Dieses traditionelle Handwerksstück bringt einen Hauch von Exotik und Tradition in meinen Alltag.

Technische Daten
• Material: Natürlicher Ton (Tokoname)
• Fassungsvermögen: 314 Milliliter
• Gewicht: 314 Gramm

Yuyu-Chan

Auch meine Kyusu hat ihren eigenen kleinen Chibi: „Yuyu-chan“

Die Kyusu gibt es bei Oryoki


Die Xi Shi Hu – Eleganz der chinesischen Teekunst

Von Japan geht es nun zurück nach China – zur charmanten Xi Shi Hu.

Die Xi Shi Hu, eine traditionelle chinesische Yixing-Teekanne, ist mehr als nur ein Gebrauchsgegenstand – sie ist ein kleines Kunstwerk, das die lange Geschichte und Handwerkskunst der chinesischen Teekultur repräsentiert. Die Yixing Teekannen gibt es in mehreren Formen. Die Form der Xi Shi Hu ist rund und harmonisch – inspiriert von der Schönheit der legendären Xi Shi, einer der vier Schönheiten des alten China. Diese Symbolik verleiht der Kanne nicht nur ästhetische Anziehungskraft, sondern macht sie auch zu einem beliebten Sammlerstück.

Meine Xi Shi Hu ist ein sehr günstiges Modell und weist die typischen Schwächen auf, die man in dieser Preisklasse erwartet: Sie ist bestimmt nicht aus dem Originalton, der Deckel schließt nicht dicht ab und beim Ausgießen tröpfelt sie. Aber das ist alles kein Problem bei der Nutzung. Beim Gongfgu Cha wird ohnehin viel mit Wasser gearbeitet. Immerhin hat sie einen eingebauten keramischen Kugelfilter der sehr gut funktioniert.
Die Preise für perfekte Kannen aus original Ton können dagegen sehr schnell in astronomische Höhen schnellen: 350€ – 5000 € sind da keine Seltenheit.

Die sind dann auch aus dem Originalen Zisha-Ton, einem Material, das in der chinesischen Teewelt hoch geschätzt wird. Der poröse Ton nimmt mit der Zeit die Aromen des verwendeten Tees auf, wodurch die Kanne mit jeder Nutzung mehr Charakter entwickelt. Dies macht sie besonders für Oolong- und Pu-Erh-Tees geeignet, die von der langsamen Aromafreisetzung profitieren. Da das Originalvorkommen des Materials erschöpft ist und nur noch Lagerbestände vorhanden sind treibt das den Peis noch mehr in die Höhe.

Ein vielseitiger Begleiter:

Die Xi Shi Hu ist aufgrund ihres Designs und ihrer Handhabung ideal für kleinere Teemengen. Ihr Fassungsvermögen macht sie perfekt für die traditionelle Gongfu Cha-Methode, bei der Tee in kleinen Aufgüssen mehrfach zubereitet wird. Gleichzeitig ist sie ein echter Hingucker – ihr klassisches, schlichtes Design mit den abgerundeten Linien steht in perfekter Harmonie mit ihrer Funktionalität.

Mir ist sie immer noch zu groß. Ich werde mir noch ein kleineres Modell mit weniger als 150ml Fassungsvermögen besorgen. Das ist besser für zwei Personen. Ein höherwertiges Modell steht schon auf der Wunschliste.

Technische Daten

Material: Zisha-Ton (Yixing)

Fassungsvermögen: 221 Milliliter (komplett voll)

Gewicht: 210 Gramm (leer)

Xi Shi

Auch die Yixing Kanne hat ihr eigenes Chibi: „Xi Shi“. Benannt nach der legendären chinesischen Schönheit. Sie hat mir so freundlich zugezwinkert, da habe ich sie einfach mitnehmen müssen.

Hier gibt es eine solche günstige Kanne


Die Skurrile

Diese Teekanne ist ein kurioses Sammlerstück, das ich über eBay erworben habe. Ihr Design erinnert an traditionelle chinesische Kannen, innen ist sie unglasiert. Außen hat sie erhabene Blumenmuster, Deckelgriff, Henkel und Tülle sind wie knorriges Holz geformt. Sie entpuppt sich aber eher unpraktisch, wenn es um die eigentliche Zubereitung von Tee geht.

Dennoch hat sie ihren eigenen skurrilen Charme und bringt einen Hauch von Geschichte (oder zumindest das Gefühl davon) in meine Sammlung.

Technische Daten:

Material: Keramik (genaues Material unbekannt)

Fassungsvermögen: 415 Milliliter

Gewicht: 377 Gramm

Besonderheit: Optisch interessant, Blumendekor, Elemente erinnern an knorrige Äste, aber funktional eher eine Herausforderung.


Die Marmorierte – Ein Hauch von Kunsthandwerk

Diese chinesische Teekanne ist nicht nur ein funktionales Teegefäß, sondern ein kleines Kunstwerk. Ihr einzigartiger Marmorierungseffekt aus rotem und purpurnem Ton verleiht ihr eine besondere Ästhetik, die sie von klassischen einfarbigen Kannen abhebt.

Ich habe sie auf eBay entdeckt und war sofort von ihrer Form und dem hochwertigen Erscheinungsbild fasziniert. Sie wirkt wie echte Handarbeit, was durch die Stempel im Deckel, am Griff und auf dem Kannenboden noch unterstrichen wird. Der passgenaue Deckel und das integrierte 10-Loch-Sieb sorgen für ein angenehmes Ausgießverhalten – ein Detail, das für mich besonders wichtig ist.

Ein besonderes gestalterisches Element ist der Kontrast zwischen der Marmorierung und den helleren Akzenten: Der Deckelgriff, der Henkel und die Tülle sind in einem helleren Ton gehalten, was das Design noch spannender macht.

Noch hat sie keine feste Teesorte zugewiesen bekommen, aber ich bin gespannt, welcher Tee am besten mit ihr harmoniert.

Technische Daten

Material: Roter und purpurner Ton

Fassungsvermögen: 285 Milliliter

Gewicht: 179 Gramm

Besondere Merkmale: Passgenauer Deckel, schönes Ausgießverhalten, integriertes 9-Loch-Sieb, Marmorierungseffekt, Stempel im Deckel, am Griff und auf dem Kannenboden, Handarbeitsoptik, Deckelgriff, Henkel und Tülle in hellem Ton

Ihr Chibi trägt den Namen Chìyún (赤云) – „Rote Wolke“, inspiriert von der sanften Maserung der Kanne.


Die Shiboridashi – Minimalismus trifft Präzision

Die Shiboridashi ist wohl das zurückhaltendste und gleichzeitig präziseste Teegefäß in meiner Sammlung. Ihre Form erinnert auf den ersten Blick an eine kleine Schale mit Deckel. Schlicht, flach und ohne Henkel. Doch hinter dieser minimalistischen Gestalt verbirgt sich ein hochfunktionales Werkzeug der japanischen Teekultur, das vor allem bei hochwertigen Grüntees wie Gyokuro oder feinsten Sencha-Sorten zur Geltung kommt.

Das Besondere an der Shiboridashi ist ihr Aufbau: Durch die breite, flache Form verteilt sich das Wasser schnell und gleichmäßig über die Teeblätter, was eine kontrollierte Extraktion ermöglicht. Der Deckel dient gleichzeitig als Filter – beim Ausgießen hält er die Blätter zurück, ohne dass ein separates Sieb nötig wäre. Diese Schlichtheit ist nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern unterstützt auch das bewusste Teetrinken: Jede Bewegung wird langsamer, ruhiger, fast schon meditativ.

Meine Shiboridashi wurde von Michiko Shida gefertigt – eine japanische Keramikkünstlerin, deren Handschrift man in jedem Detail spürt. Die Oberfläche ist in einem tiefen Anthrazit gehalten, fast schwarz, mit einer dezent rauen Haptik, die wunderbar in der Hand liegt. Mit einem Fassungsvermögen von etwa 100 ml ist sie ideal für konzentrierte, kurze Aufgüsse – genau das, was empfindliche Tees wie Gyokuro brauchen. Der Ton kommt aus dem „Kannebäckerland“ im Westerwald nahe meiner alten Heimat.

Diese Kanne ist für mich wie ein stiller Moment im hektischen Tag – zurückhaltend, aber voller Tiefe. Kein anderes Gefäß zwingt mich so sehr zur Achtsamkeit beim Teemachen wie die Shiboridashi.

Technische Daten

  • Material: Keramik
  • Farbe: Anthrazit / Schwarz
  • Fassungsvermögen: 120 Milliliter (ca. 100 ml nutzbar)
  • Besonderheiten: Flache Form, handgefertigt, kein separates Sieb notwendig, ideal für hochwertige japanische Tees

Auch die Shibiridashi hat natürlich ihren eigenen Chibi: Kaiko – benannt nach dem japanischen Begriff für „Muschelkind“. Der Name passt perfekt zu ihrer ruhigen, zurückhaltenden Art und erinnert mich bei jedem Aufguss daran, wie wertvoll die kleinen, stillen Momente im Alltag sein können.

Hier gibt es die Shiboridashi von Michiko Shida


Jede dieser Teekannen hat ihren eigenen Charme und trägt dazu bei, meinen Alltag mit Tee zu bereichern. Ob praktisch, elegant oder skurril – sie alle machen jeden Aufguss zu einem besonderen Moment. Und wer weiß, welche Kanne als nächstes dazukommt?