Unser Japangarten – Vierter Bauabschnitt: Teeplatz Taza (茶座)

Manchmal entsteht ein Garten nicht durch große Bauwerke, sondern durch kleine Orte, an denen man später still sitzen, Tee trinken und in die Landschaft schauen kann. Genau so ein Ort soll unser neuer Teeplatz werden.

Nach reiflicher Überlegung haben wir uns aus Platzgründen gegen einen Teepavillon entschieden und werden stattdessen einen Teeplatz (Taza) einrichten. Taza bedeutet sinngemäß „Teeplatz“ oder „Ort des Tees“

Er befindet sich neben dem Tsukubai und wird gepflastert – wieder mit dem Materialmix aus Platten, Granit und Findlingen. Da sich der Teeplatz in die leicht hügelige Landschaft einfügt, müssen die Seiten mit Steinen gegen das Gelände abgestützt werden. So entsteht ein geschützter, in den Garten eingebetteter Sitzplatz.
Dort möchten wir später unseren Tee trinken und den Blick in den Garten und den benachbarten Teich mit Wasserlauf genießen. Der Teich und der Wasserlauf kommen im nächsten Bauabschnitt.

Wie wie beim Koshikake-machiai (Warteplatz) wird zuerst der Mutterboden ausgeschachtet

und dann mit Sand gefüllt.

Dann kommen die Platten und Steine. Es kommen wieder verschiedene Materialien wie Granit, Findlinge, Betonsteine zum Einsatz. Im Muster sollen keine Symmetrien vorkommen.

Das Herzstück des Pflasters bildet ein massiver Findling. In der japanischen Gartentradition ist das Ziel nicht, die Natur zu beherrschen, sondern sie zu ehren. Wir haben ihn tief in den Boden eingegraben, damit er nicht aufgesetzt wirkt, sondern wie ein urzeitlicher Zeuge, um den herum wir lediglich unsere Wege geebnet haben. Wenn im Sommer das Sternmoos an seinen Flanken emporwächst, wird die Grenze zwischen Menschenwerk und Natur endgültig verschwimmen.

Damit der Sitzplatz stabil bleibt, wurden die Randsteine in Gartenbeton verlegt. Hier haben wir eine Fertigmischung aus dem Baumarkt verwendet.

Als Bank kommt eine Bank mit Granitsockeln und Sitzfläche aus WPC Material in Holzoptik.

Die Stützwände möchte ich mit grünen Bodendeckern bewachsen lassen. Vielleicht pflanze ich auch noch Waldgras das die Formen verwischt.

Die (gewollten) Lücken im Pflaster werden mit Sternmoos und Farn bepflanzt oder mit Granitkies aufgefüllt, um den Wabi Sabi Charakter zu betonen.

Wenn später Teich, Wasserlauf und Laterne hinzukommen, soll dieser Platz nicht nur ein Sitzplatz sein, sondern ein kleiner Ruhepunkt im Garten – ein Ort für Tee, Blick und Stille.

Japanische Reisfische – Medaka – Oryzias latipes – Der Koi des kleinen Mannes

Da unser aktueller Teich (und der geplante) für Kois (und auch für Goldfische) nicht groß genug sind, habe ich recherchiert und noch eine interessante Fischart entdeckt: Japanische Reiskärpflinge (Oryzias latipes). In Japan heißen sie Medaka und lebten ursprünglich in Reisfeldern. Es sind aquaristisch gesehen sehr harte Fische und können ein weites Spektrum an Temperatur ertragen.

Medaka – die „Reisfeldfische“ Japans

Der Japanische Reisfisch (Oryzias latipes), kurz Medaka, ist ein kleiner, friedlicher Süßwasserfisch, der in Japan seit Jahrhunderten in Reisfeldern, Teichen und Gärten lebt.

Er gilt als Symbol für Ausdauer und Anpassungsfähigkeit, da er auch in flachen, warmen oder kühlen Gewässern überleben kann.

Mit seinem ruhigen Schwimmstil und den schimmernden Farben bringt der Medaka Leben und Harmonie in den Gartenteich.

Ich habe am 5.8.2025 Medaka Eier gekauft und brüte sie in einem kleinen Becken aus.

Der erste ist heute (8.8) geschlüpft

Am nächsten Tag folgte der zweite. Ich habe die Winzlinge in einen eingefahrenen Kübel voller Pflanzen und infusorien umgesetzt.

Mittlerweile füttere ich gaaanz wenig Staubfutter zu. Noch konnte ich beide jeden Tag entdecken. Hoffentlich schlüpfen die anderen Eier auch noch. Die lassen sich Zeit.

Nach dem Wochenende versuche ich noch adulte Medaka zu bekommen.

Am 11.8. 2025 habe ich in der Nähe von einer begeisterten Hobbyzüchterin 14 Medakas bekomme. Verschiedene Farbvarianten. Die kamen gleich in den Teich und haben sich schnell eingelebt.

Meine restlichen Eier sind immer noch nicht geschlüpft. Ich habe sie nun zu den bereits geschlüpften im Kübel gegeben.

Am nächsten Tag die freudige Überraschung! Die sind alle geschlüpft- was für ein Gewusel 😊.

Den Kübel habe dann noch vorsichtig schöner gestaltet. Ein Stein und darauf eine Funkie im Pflanzkorb, Hydrocharis morsus-ranae (Froschbiss) und Azolla Carolinia (Feenmoos) als Schwimmpflanzen. Dazu einen Ableger Myrophyllum und etwas Waserpest. Ein Ring aus Luftschlauch sorgt für ein Guckloch ins Wasser und den Ausströmer an einer kleinen Membranpume habe ich auch installiert.

Nun können die kleinen wachsen. Gefüttert werden sie mit grünem Wasser das ich mehr oder weniger erfolgreich in schüsseln ziehe. Dazu Mikrofutter für Jungfische.

Die „großen“ haben sich im Teich eingelebt. Wenn ich Stechmückenlarven füttere werden das richtige Raubtiere.

Update: Über den Winter haben die Medaka im Teich überlebt. Ich habe über den Winter eine Aquarien-Durchlüfterpumpe mit einem Ausströmerstein verwendet. Den Ausströmer habe ich in 20cm Wassertiefe mit einem Stein beschwert positioniert. Der hat den ganzen Winter – trotz langer harter Fröste mit dickem Eis eine Ecke des Teichs eisfrei gehalten. Die Vögel haben das – anhand der Spuren auf dem Schnee – offenbar dankbar als Tränke genutzt.

Japangarten im Winter

Der erste Winter im Japangarten.

Gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Frost habe ich die Gartenpumpe und die Teichpumpe stillgelegt und frostfest eingelagert. Der erste Schnee bedeckt die Laternen. zuerst noch spärlich später dann richtig dick.

Schade war nur, dass die Laternen solarbetrieben sind – und ausgerechnet die Yukimi-dōrō, die Schneebetrachtungslaterne, wegen der fehlenden Sonne gar nicht oder nur kurz geleuchtet hat.

Abhilfe hat hier ein Garten-Beleuchtungsset von Amazon gebracht. In der ersten schneefreien Periode konnte ich es schnell und provisorisch installieren. Wenn sich das bewährt, folgt im Frühjahr die saubere, versteckte Installation.

Das Set bestand aus vier Leuchten und einem Trafo. Zusätzlich habe ich noch zwei Verlängerungen geordert. Die Verbindungskabel werden über Verschraubungen ganz einfach miteinander verbinden. Die Leuchten sind warmweiße LEDs, die man entweder mit Erdspieß einsetzen oder – dank der verschraubbaren Kabel – auch direkt in die Laternen einfädeln kann.

Ich habe damit zwei Laternen sowie die Fächerahorne Firecracker und Orange Dream illuminiert.

Das Ergebnis wirkt sehr stimmig.

Kurz darauf kam wieder eine größere Menge Schnee – und diesmal konnte die Yukimi ganz wunschgemäß leuchten.

Die beiden alten, wasserdichten Beleuchtungen der Laternen mit Solarpanel kann ich nun an anderer Stelle im Garten einsetzen (vielleicht am Tsukubai). Das funktioniert ja ganz ohne Stromanschluss.