Unser Japangarten – Bauabschnitt VI – Mitsuishi no Tsukiyama – 三石の築山 – Hügel der drei Steine

Hier links an der Carport-Rückwand seht ihr den Bereich, der nun gestaltet wird.

Ich habe diesen Abschnitt Mitsuishi no Tsukiyama getauft. Ein Tsukiyama-Garten ist ein japanischer Hügel- und Landschaftsgarten. Sein Kern ist nicht einfach ein Hügel, sondern die Verdichtung einer ganzen Landschaft im Kleinen: Berge, Täler, Wasserläufe, Teichufer, Inseln, Wege, Steine und Gehölze werden so komponiert, dass ein kleiner Garten wie ein weiter Naturraum wirkt. Der Zusatz Mitsuishi bedeutet „Drei Steine“. Diese Dreiergruppe mit einem Hauptstein (Tate Ishi), einem Begleitstein (Soe Ishi) und einem liegenden Stein (Yoko Ishi) wird hier ihren Platz finden. Die Steine habe ich während eines Urlaub in der Pfalz über Kleinanzeigen ergattert. Ich habe sie mal auf dem Rasen ausgelegt, um die Anordnung auszuprobieren. Dazu seht ihr eine KI-Vorschau, wie das Ganze eingewachsen aussehen könnte.


Die Steine haben Rollen. Ich habe euch das mal mit einer KI-Illustration aufbereitet.

Der aufrecht stehende Tate Ishi ist Oberhaupt, das Zentrum. Ein guter Hauptstein dominiert nicht. Er hält den Raum. Wenn er zu laut wird, kippt die Gruppe in Machtausübung. Wenn er zu schwach steht, verliert die Gruppe Richtung. Der Soe-Ishi ist der Begleiter und unterstützt den Hauptstein. Aber ohne ihn steht der Hauptstein allein. Der Begleitstein macht aus Stärke erst Beziehung.
Diese Rolle wird oft unterschätzt. Komplettiert wird das Trio durch den liegenden Yoko-Ishi – Auf Menschen übertragen, steht er für jemanden, der nicht glänzen muss, aber die ganze Gruppe stabilisiert. Alle drei funktionieren nur zusammen. Ich finde, das ist eine schöne Philosophie, die sich dahinter verbirgt.

Nun begann die Arbeit: Ich lagerte zunächst die Pflanzen, die ich hier geparkt hatte, an eine andere Stelle um – so langsam geht mir die Abstellfläche zu Neige.

Die Erdbienen, die sich in meinem Erdhaufen angesiedelt hatten, habe ich seit Tagen nicht mehr gesehen. Also kann ich den großen Erdhügel in diesem Bereich wieder bewegen.

Zunächst habe ich mal wieder Pflanzen aus dem alten Terrassenbeet entfernt. Dieses Mal waren viele kleine Traubenhyazinthen-Zwiebeln zu retten. Der Dost war hier auch überall dazwischen. Ich hoffe, ich werde ihn jetzt los. Auch alter Rasen musste entfernt werden. Der Grünabfallhaufen wird immer höher. Vielleicht arbeite ich einige Rasensoden als Gründünger unter die Hügel ein. Auch wenn der Erdhaufen nach viel aussieht, wenn der auseinandergezogen wird, bleibt da nicht mehr so viel übrig.

Abschnittsweise arbeite ich mich mit dem Entfernen des alten Grünzeugs voran.

Einer Idee folgend habe ich dann ein älteres Experiment herausgeholt: Ein Shishi Odoshi

Ein Shishi Odoshi ist ein japanisches Wasserspiel aus Bambus: Wasser läuft langsam in ein beweglich gelagertes Bambusrohr. Sobald es voll genug ist, kippt es, leert sich, fällt zurück und schlägt mit einem trockenen „Klonk“ auf einen Stein.

Ursprünglich diente es dazu, Rehe, Wildschweine oder andere Tiere zu erschrecken und von Pflanzen fernzuhalten. Heute wird es im japanischen Garten vor allem wegen seiner Klangwirkung eingesetzt: Der einzelne, wiederkehrende Ton macht die Stille bewusster. Er passt sehr gut zum Prinzip Seijaku, also innerer Ruhe, und zu Wasser als lebendigem, fließendem Gestaltungselement.

Die Bambusteile, die ich schon früher einmal für einen Entwurf gebaut habe, wurden wieder aktiviert und ich habe das mit einem Wasserlaufbecken und einer Solarpumpe probeweise aufgebaut. Das kippende Rohr war noch nicht dicht. Für den Test habe ich einfach eine Tüte mit einem Gummi eingesetzt.

Das hat schon mal gut funktioniert. Man braucht in der Tat nur sehr wenig Wasser, damit der Klack nicht dauernd kommt.

Den Zulauf zum Füllen wollte ich noch kompakter gestalten. In das Querrohr über den Stützen wollte ich nicht noch ein Loch bohren. Daher habe ich mich für einen seitlichen Zulauf entschieden.

Damit war ich sehr zufrieden. Die Plastik-Wasserlaufwanne hat es wieder mal nicht in den Garten geschafft. Ich werde hier ein im Boden eingelassenes Brunnenbecken (wie beim Tsukubai) verwenden. statt der Granitschale gibt es ein Kiesbett in dem das Wasser verschwindet. Hier wird wieder eine Oase Aquarius 600 zum Einsatz kommen, die ich voll drosseln werde. Damit das Wasser, das am klappenden Rohrteil herabläuft, nicht aus dem Kreislaufsystem verschwindet, werde ich hinten etwas Teichfolie anbringen. Die soll das Wasser wieder in das Bodenreservoir zurückleiten. Wenn ich mal kein Klacken hören möchte, kann ich den Einlauf etwas drehen, dann ist das ein einfaches Wasserspiel. Die Stromzufuhr möchte ich mit einem Shelly schalten können.

Nun habe ich den perfekten Platz für das Shishi Odoshi im Garten gesucht. Es sollte nicht sofort zu sehen sein – etwas, das man entdeckt. Ich habe die Gestaltung des Weges etwas angepasst. Zuvor war er nur leicht geschwungen. Nun werde ich schöne Kurven modellieren. Der Pfad wird dann wie in einem Tal durch die Tsukiyama (Hügel) hindurchführen. Dabei wird man den Shishi Odoshi entdecken.

Der Shishi Odoshi ist an der grün markierten Stelle geplant, die rote Linie ist der Verlauf des Weges. Der orangefarbene Kreis markiert den Platz an den der Hügel verschoben wird.

Die Bienen hatten leider nur eine Flugpause. Also habe ich diesen Teil des Hügels sehr vorsichtig bearbeitet und konnte die gewünschte Gestaltung vornehmen, ohne die Bienen zu stören. Die dürfen gerne bleiben.

Die Hügel wurden modelliert und anschließend nochmal flacher modelliert damit die Flanken nicht zu steil sind.

Das Brunnenbecken wurde geliefert und eingebuddelt – den überschüssigen Mutterboden habe ich wieder per Anhänger weggebracht. Dann wurde der Shishi Odoshi installiert. Als Abdeckung für das Brunnenbecken habe ich schwarzen Basaltsplitt verwendet. Bei Kleinanzeigen habe ich nochmal Findlinge besorgt. Die haben hier gleich als Umrandung ihren Platz gefunden.

Das sieht fast schon wie ein Tempel aus. Als Trittsteine für den Weg müssen erst einmal einige Betonsteine aus dem Bestand herhalten. Die namensgebenden „Drei Steine“ haben nun ihren Platz ebenfalls gefunden.

Pinienrinde wurde gekauft, um die Tsukiyama-Hügel abzudecken. Ich wollte nach einem Kurzurlaub keine Unkrauthölle vorfinden.

Am Abend habe ich dann noch die drei Zwerg-Rhododendren eingepflanzt. Auch etwas Sternmoos und Hernaria Glabra sowie geteiltes Bärenfellgras und eine Segge fanden schon Platz auf dem ersten Hügel.

Dann ging es in den Kurzurlaub. 5 Tage keine Erde schippen :-).

Im Kurzurlaub habe ich gelegentlich nach Trittsteinen bei Kleinanzeigen gesucht. Ich habe ein Angebot entdeckt und konnte nach der Rückkehr 23 unregelmäßig gebrochene runde Granit-Trittsteine zu ergattern. Die waren schon 20 Jahre alt und hatten Patina. Die Steine hatten eine glattpolierte Seite. Das war als Trittstein natürlich zu rutschig. Die Rückseite war zum Glück rau. Nach etwas Abbürsten sahen die prima aus. Hier habe ich sie zur Probe ausgelegt.

Bereits vor dem Urlaub habe ich noch eine Kasuga-Laterne aus Granit bestellt. Die wurde in unserer Abwesenheit schon geliefert und wurde ebenfalls gleich platziert.

Nun ging es an die Gestaltung der Ränder des Weges. In einer KI Simulation habe ich mir mal angeschaut, wie Korten Stahl als Einfassung der Wege aussehen würde.

Das hat mir sehr gut gefallen und ich habe mich für die Rasenkanten aus Korten Stahl entschieden. Die Bänder funktionieren genauso wie die Rasenkanten aus verzinktem Stahl beim Tsukubai und bei dem Kiesbeet. Sie lassen sich einfach koppeln (Mit einer Spitzzange habe ich die Lasche an der Verbindung sehr gut umbiegen können) und werden mit einem untergelegten Holzstück und einem Hammer in den Boden getrieben um sie zu fixieren. Nach einigem Suchen habe ich diese Kortenstahl Rasenkanten entdeckt. Diese Variante hat sehr hilfreiche Erdspieße die das ausrichten sehr vereinfachen und auch noch für guten Halt sorgen.

Der Name Korten Stahl setzt sich aus corrosion resistance and tensile strength zusammen. Der Stahl wird stahlgrau geliefert. Mit der Zeit bildet er eine schützende Rostschicht. Der Vorgang kann Monate dauern. Diesen Vorgang kann man abkürzen.

Dazu werden die Stahlbänder z.B. mit Seifenlauge zuerst gereinigt um das Fett zu entfernen und dann mit folgender Mischung besprüht:

  • 50ml Essig
  • 200ml Wasser
  • 1/2 bis 1/4 Teelöffel Salz

Die so behandelten Bänder rosten binnen kürzester Zeit. Man kann fast dabei zuschauen.

Hier habe ich die ersten Bänder eingebaut. Das hat sehr gut funktioniert. Man muss nur aufpassen, dass man beim Einschlagen der Spitzen keine Schläuche der Bewässerung erwischt.

Man kann damit schön geschwungene Formen modellieren.

Die Trittsteine werde ich jeweils in ein Feinsplittbett setzen. Auf den Boden des Weges soll ein Unkrautvlies ausgelegt werden – aus dem schneide ich die Trittsteine dann aus. Damit das Vlies nicht verrutscht habe ich mir solche Erdanker bestellt. Diese sorgen dafür, dass das Vlies später nicht verrutscht.
Als nächstes stellte sich die Frage: Welche Sorte Splitt nehme ich für den Weg? Man soll ja Splitt nehmen, da Kies rund ist und verrutscht, während Splitt sich verzahnt und da bleibt wo er ist.

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Dunkler oder heller Splitt? Granit oder Basalt?
Hier die zur Auswahl stehenden Materialien. Den Basaltsplitt habe ich auch noch angefeuchtet ausgelegt. Da ist der viel dunkler.

Bei der Auswahl konnte die KI wieder mit einer Vorschau dienen.

Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Berücksichtigt werden muss einerseits der Kontrast zu den Trittsteinen aus Granit, der Laterne, der Pinienrinde und der Pflanzen.
Der Shishi Odoshi sollte seinen Basaltsplitt behalten und sollte vom Weg optisch getrennt werden (oder doch nicht?).
Schwarz verkleinert die Wege optisch, hell vergrößert sie. Im Sommer wird der Basalt heißer. Die Entscheidung fiel mir nicht leicht.

Ein Kurzbesuch beim örtlichen Puttenpark offenbarte noch eine schöne Entdeckung. Ein Frosch aus Granit. Der erinnerte mich gleich an die Dōsojin Statue aus dem Ghibli-Film „Chihiros Reise ins Zauberland“.

Ein Platz war schnell gefunden. Eine Beleuchtung hat er auch gleich bekommen.

Was mir zuerst nicht aufgefallen ist: Es sind zwei Frösche! Auf den ersten Blick wirkt es wie ein einzelner Frosch, doch beim näheren Hinsehen erkennt man zwei übereinander sitzende Tiere in der natürlichen Paarungsstellung, dem sogenannten Amplexus. Ihren Platz hat die Skulptur am Eingang zur Koshikake Machiai, dem Wartebereich des Teeplatzes, gefunden. Dort fügt sie sich nicht nur harmonisch in die Teichlandschaft ein, sondern symbolisiert auch Leben, Harmonie und – ganz im japanischen Sinne des Wortes „Kaeru“ – die glückliche Heimkehr.

Die Beleuchtung für den Gartenteil habe ich installiert. Die Kasuga Laterne, der Acer Palmatum Shaina, die Laterne am neuen Teich und der Acer Palmatum Dissectum Viridis sind nun mit 24V Lampen bestückt.


Wie man sieht habe ich die Trittsteine schon in Feinsplitt gelegt. Darum herum kam dann noch Unkrautvlies.

Ich habe mich dann für verschiedene Zonen für Granitsplitt und Basaltsplitt entschieden. Auf dem Pfad zur Kasuga Laterne habe ich Granitsplitt ausgebracht. Zusätzlich habe ich zur Stabilisierung Granitschwellen (Auch um Höhenunterschiede auszugleichen) eingebaut.

Im hinteren Teil (Nebenweg) habe ich Basalt verwendet.

Am Teich habe ich einen Trittstein nahe am Wasser als Beobachtungsort platziert. Den Höhenunterschied habe ich mit einem Kortenstahlband stabilisiert. Auch hier kam Basalt zum Einsatz, der sich bis in den Teichrand fortsetzt.

Und was soll ich sagen – der Rohbau des Gartens ist fertig.

Nach eineinhalb Jahren ist nun das Grundgerüst vollendet. Nun wird noch etwas nachgepflanzt und der Garten darf altern und sich entwickeln. Ich werde die Entwicklung natürlich begleiten und lenken.

Oolong-Tee – ein faszinierender Halt auf meiner virtuellen Teereise

Nachdem ich einen kleinen Abstecher in die Welt des grünen Tees gemacht habe, führte mich meine Teereise zum nächsten spannenden Ziel: Oolong.“ Schon allein der Name klingt exotisch, asiatisch golden und weckt Bilder von Klöstern und Tempeln in fernen Ländern.

Oolong-Tee hat mich mit seiner Vielfalt sofort fasziniert – die kunstvoll zu Kugeln gerollten Teeblätter, das fruchtige Aroma und die beeindruckenden Farbnuancen. Der Duft erinnert mich an Orchideen und tropische botanische Gärten, voller Leben und Exotik.

Jedes Mal, wenn ich eine Tasse genieße, fühle ich mich entspannt und getragen von einem Hauch der weiten Welt. In diesem Beitrag möchte ich euch mitnehmen auf meine Entdeckungsreise und zeigen, warum Oolong-Tee so besonders ist.

Was ist Oolong-Tee?

Oolong-Tee nimmt eine einzigartige Position in der Welt des Tees ein. Geschmacklich und in der Verarbeitung liegt er zwischen grünem und schwarzem Tee und deckt ein beeindruckend breites Spektrum ab. Man kann sich das wie eine Brücke vorstellen: Am einen Ende steht der frische, pflanzliche Geschmack des grünen Tees, am anderen die kräftigen, malzigen Noten des schwarzen Tees. Dazwischen entfaltet sich Oolong-Tee in all seinen Facetten – von blumigen, orchideenartigen Aromen bis hin zu röstigen und tabakartigen Nuancen.

Geschmacksspektrum von Tee

Was diesen Tee so besonders macht, ist sein aufwendiger Herstellungsprozess. Die Teeblätter werden gepflückt und zunächst unter der Sonne oder in speziellen Räumen gewelkt, um die Oxidation einzuleiten. Dabei kommt es auf die Erfahrung und das Fingerspitzengefühl der Teemeister an: Der Oxidationsgrad, der zwischen 10 und 70 Prozent liegen kann, bestimmt maßgeblich das spätere Aroma. Nach der Oxidation werden die Blätter erhitzt, gerollt und schließlich getrocknet – ein kunstvoller Prozess, der die Aromen und den Geschmack jedes Oolong-Tees einzigartig macht.

Auch optisch und geschmacklich ist Oolong-Tee unvergleichlich. Die zu Kugeln oder anderen Formen gerollten Blätter entfalten bei jedem Aufguss ihre Vielfalt. Die Farben der Aufgüsse reichen von hellem Gold bis zu tiefem Bernstein und spiegeln die Nuancen dieses Tees wider. Sein Duft erinnert mich oft an Orchideen oder tropische Gärten, während er gleichzeitig die Wärme eines röstigen Charakters mitbringt.

Früher habe ich Oolong-Tee nach der westlichen Methode zubereitet und nur den ersten Aufguss getrunken. Heute entdecke ich seine Vielfalt durch die Gong-Fu-Zubereitung: mehrere kurze Aufgüsse in kleinen Mengen. Jeder Aufguss bringt neue Aromen zum Vorschein, und das Trinken wird zu einem entspannenden Ritual, das mich an ferne Orte erinnert und immer wieder aufs Neue begeistert.

Xiao Gai

Meine Oolong-Entdeckungen: Drei faszinierende Teesorten

Auf meiner Teereise habe ich drei besondere Oolong-Tees entdeckt, die das breite Spektrum dieser Teesorte perfekt abdecken. Jeder von ihnen verkörpert eine einzigartige Facette von Oolong – von blumig-mild bis hin zu röstig und intensiv. Hier ihre Steckbriefe:

  • Jueshi Oolong (Roan Zhi)
    • Tee-Art: Oolong
    • Herkunft: Chiang Rai, Thailand (Höhe: 1.300 m)
    • Geschmack: Blumig, mild, mit einer leicht süßen Note
    • Zubereitung: 6–9 g auf 100–220 ml, 80–90 °C, 1,5–2 Minuten Ziehzeit
    • Besonderheit: Aus dem Ruan Zhi-Kultivar, ursprünglich aus Taiwan, bekannt für seine feine Balance zwischen Süße und Frische
    • Bezugsquelle: Gekauft bei Freddy & Sons, einem sehr schönen Teeladen in der Neustadt, Bremen

Dieser Tee steht am leichteren Ende des Oolong-Spektrums. Seine blumigen Noten und die milde Süße erinnern an tropische Gärten, zdie Botanika im Rhododendronpark und laden zum Genießen ein. Er hat fast völlig intakte Teeblätter.

  • Magic Oolong
    • Tee-Art: Oolong (halbfermentierter Tee)
    • Herkunft: Tai Tung, Taiwan
    • Geschmack: Tropische Früchte, mit einem Hauch von Schwarztee-Charakter, bernsteinfarbener Aufguss
    • Zubereitung:
    • Dosierung: 4 TL / 1 Liter
    • 1. Aufguss: 90 °C, 3 Minuten
    • 2.–5. Aufguss: 90 °C, 1–3 Minuten
    • Mehrere Aufgüsse möglich
    • Besonderheit: Längere Fermentation, handgepflückt, in Perlenform gerollt, sehr ergiebig (bis zu 50 Liter Tee aus 100 g)
    • Bezugsquelle: Oolong Tee Schwarz Taiwan 100g, Oolongtee Formosa Magic Oolong

Der Tee hat uns gut gefallen und ist kräftiger und fruchtiger. Er liegt in der Mitte des Spektrums

  • Harendong Medium Oolong
    • Tee-Art: Oolong (halbfermentierter Tee)
    • Herkunft: Java, Indonesien (organischer Teegarten im Naturreservat)
    • Geschmack: Tief, süß, mit einer lieblichen Röstnote, die langanhaltend im Mund verbleibt
    • Zubereitung:
    • Dosierung: 6 g auf 500 ml
    • Temperatur: 70 °C
    • Ziehzeit: 2 Minuten (mindestens 4 Aufgüsse möglich)
    • Besonderheit: Nachhaltig angebaut, handgepflückt, faire Entlohnung der Pflückerinnen, ergiebig und vielseitig
    • Bezugsquelle: Harendong Medium Oolong Indonesischer Tee – Oolong-Tee direkt vom Bauern aus Indonesien

Teeblätter und Aufgüsse im Vergleich

von links nach rechts: Jueshi Oolong (Roan Zhi)Magic OolongHarendong Medium Oolong

  • In dem nachfolgenden Foto kann man sehr gut die Unterschiede der Sorten sehen:
    • Teeblätter
    • die Farben der Aufgüsse
    • Die Teeblätter nach dem Aufbrühen

Beeindruckend fand ich, dass der Jueshi Oolong hat nach dem Aufbrühen fast intakte Teeblätter hat.

Eine unerwartete Wendung mit dem Harendong Medium Oolong

Als ich den Harendong Medium Oolong das erste Mal aufgebrüht habe, war die Begeisterung… sagen wir, überschaubar. Der erste Schluck brachte einen intensiven, röstig-tabakartigen Geschmack, der mich etwas aus der Bahn warf. Mein erster Gedanke war: „Den geben wir weg. Das trinken wir nie wieder!“ Doch die Neugier ließ mich nicht los. Es konnte doch nicht sein, dass ein Tee, der in einem so nachhaltigen und besonderen Garten angebaut wird, nicht auch etwas Besonderes zu bieten hat.

Xiao Gai

Also begann das Experimentieren. Zuerst reduzierte ich die Menge Tee – aber der Geschmack war zu dünn und kraftlos. Beim nächsten Versuch nahm ich mehr Tee, kürzere Ziehzeiten und eine niedrigere Wassertemperatur. Und siehe da: Plötzlich zeigte der Harendong Medium Oolong eine ganz neue Seite. Die röstigen Noten wurden sanfter, die Süße trat hervor, und der Tee entwickelte eine wunderbare Tiefe, die lange im Mund blieb. Von da an wurde aus dem „Weg damit“ ein „Lass uns noch einen Aufguss machen!“

Man könnte sagen, der Harendong Medium Oolong hat mich dazu gebracht, meine Komfortzone zu verlassen und mich wirklich auf den Geschmack einzulassen. Das ist vielleicht das Besondere an Oolong-Tees: Man muss sie manchmal erst verstehen, bevor man sie lieben kann. Heute ist er einer meiner Favoriten – eine wahre Entdeckungsreise in der Tasse.

Die Zubereitung von Oolong-Tee: Gong-Fu-Cha im Detail

Die Gong-Fu-Cha-Methode bietet die perfekte Bühne, um die Vielfalt von Oolong-Tee zu erleben. Was diese Teesorte so besonders macht, ist ihre Fähigkeit, sich mit jedem Aufguss weiterzuentwickeln – und genau das macht die Methode so ideal. Anders als bei grünem oder schwarzem Tee, wo Aromen oft schneller freigesetzt werden, entfaltet sich Oolong in Schichten, die bei jedem Aufguss neue Nuancen preisgeben.

Gong Fu Cha Oolong
Gong Fu Cha Oolong

Einige Oolong-spezifische Tipps für Gong-Fu-Cha:

  • Teemenge:
    Bei Oolong-Perlen solltest du 6–8 Gramm verwenden. Die Blätter entfalten sich stark, daher ist es wichtig, genügend Platz im Gaiwan oder der Teekanne zu lassen.
  • Temperatur:
    Je nach Oxidationsgrad variieren die Temperaturen. Leichte Oolongs wie der Jueshi profitieren von 80–85 °C, während röstigere Sorten wie der Harendong auch 90 °C vertragen.
  • Ziehzeiten:
    Oolong beginnt oft mit einem kurzen Spülaufguss, gefolgt von Ziehzeiten von 20–30 Sekunden, die sich bei jedem Aufguss um 5–10 Sekunden verlängern.
  • Aromenreise:
    Bei Oolong ist es spannend, die Entwicklung der Aromen zu beobachten – vom floralen Start bis zu den röstigen und süßen Noten der späteren Aufgüsse.
Xiao Gai

Die Gong-Fu-Methode lädt dazu ein, mit Oolong-Tee zu experimentieren und seine Vielseitigkeit zu genießen. Jede Tasse wird so zu einem Moment der Entdeckung – sei es die zarte Süße eines leichten Oolongs oder die kraftvollen, röstigen Nuancen einer intensiveren Sorte.

Fazit: Oolong-Tee – Vielfalt in jeder Tasse

Meine Reise in die Welt des Oolong-Tees war eine Entdeckung voller Überraschungen. Von blumigen und leichten Noten bis hin zu tiefen, röstigen Aromen – jeder Tee hat seinen eigenen Charakter und erzählt eine Geschichte. Oolong-Tee lädt dazu ein, mit Ziehzeiten, Temperaturen und Teemengen zu experimentieren und so das Beste aus jeder Sorte herauszuholen. Für mich ist Oolong nicht nur ein Tee, sondern eine Einladung, den Moment bewusst zu genießen und immer wieder Neues zu entdecken.

Xiao Gai

Gong Fu Cha -„Tee mit Geschick zubereiten“

Gong Fu Cha Teezeremonie

Einleitung

Bei meinen Recherchen zum Grünen Tee, seinen Sorten und der verschiedenen Zubereitungsarten bin ich immer wieder auf „Gong Fu Cha“ gestoßen.

Das machte mich neugierig und dieses chinesische Ritual der Zubereitung von Tee hat mich gleich fasziniert.

Ich bin kein Experte und schreibe hier, wie ich das ganze für mich entdeckt habe.

Gong Fu Cha (工夫茶), wörtlich „Tee mit Geschick zubereiten“, ist eine traditionelle chinesische Methode der Teezubereitung, die besonderen Wert auf Präzision und Achtsamkeit legt. Ursprünglich entwickelte sich diese Praxis in den südchinesischen Provinzen Fujian und Guangdong, insbesondere in den Regionen Wuyi und Chaozhou.

Die Ursprünge von Gong Fu Cha reichen bis in die Ming-Dynastie (1368–1644) zurück. Während der Ming-Zeit wurde der Übergang von pulverisiertem Tee, der zuvor aufgequirlt wurde, zu ganzen Teeblättern vollzogen. Dies führte zur Entwicklung neuer Brühmethoden, die eine präzisere Kontrolle über den Brühprozess ermöglichten. Besonders Teekannen aus Yixing-Ton, die in dieser Zeit populär wurden, spielten eine wichtige Rolle bei der Verfeinerung der Teekultur.

Der Begriff „Gong Fu“ (工夫) bedeutet so viel wie „Fertigkeit durch Übung und Hingabe“ und spiegelt die Philosophie hinter der Methode wider – ähnlich wie beim Kung Fu in den Kampfkünsten. Es geht darum, durch Wiederholung und Konzentration Perfektion zu erreichen.

Obwohl die Praxis von Gong Fu Cha ihre kulturellen Wurzeln in diesen Dynastien hat, wurde sie erst im 18. Jahrhundert in Fujian und Guangdong in ihrer heute bekannten Form etabliert. Der Begriff „Gong Fu Cha“ tauchte um 1800 erstmals in Beschreibungen dieser Regionen auf. Über die alten Handelsrouten verbreitete sich die Methode später bis nach Taiwan, wo sie bis heute ein fester Bestandteil der Teekultur ist.

Gong Fu Cha ist weit mehr als eine Zubereitungsmethode – es ist ein Ausdruck von Gastfreundschaft, Respekt und Harmonie. Das Ritual dient nicht nur dem Teegenuss, sondern auch der Entschleunigung und der bewussten Wahrnehmung des Augenblicks.

Tipp: Im Internet wird in Shops manchmal fälschlicherweise „Kung Fu Cha“ geschrieben. Wenn man danach sucht, hat man oft noch ein paar zusätzliche Produkttreffer.

Bei der Gong Fu Cha Zubereitung wird – anders als bei der westlichen Teezubereitung – mit anderen Tee- Wasserverhältnissen gearbeitet. Für unsere Verhältnisse sehr viel Tee und sehr wenig Wasser in winzigen Kännchen oder Gaiwans. Dafür sind die Ziehzeiten kürzer.

Ich würde mal sagen, man trinkt den Tee über die gesamte Ziehzeit in kurzen Zeitintervallen. So kann man die verschiedenen Geschmäcker die in einem Tee stecken nacheinander auskosten. Sonst trinkt man das alles vermischt.

Das wäre so, als wenn man ein Steak langsam brät und sich zwischendurch immer ein Stück zum Probieren abschneidet. So kann man alle Garungsgrade von „Rare“ bis „Welldone“ probieren.

Die Portionen die man beim Gong Fu Cha braut sind quasi „Shots“, also kleine Mengen Tee die aus winzigen Teeschalen getrunken werden.

Die Zubereitungsmethoden sind teilweise sehr komplex und unterscheiden sich in der Art sowie in der Art der Utensilien.

Ich beschreibe hier mal nur eine Methode – so wie ich es momentan mache.

Gong Fu Cha Teezeremonie
Gong Fu Cha Teezeremonie

Bei der Zubereitung kommen bei mir folgende Utensilien zum Einsatz:

Teetisch / Tee Boat / Cha Pan (Optional)
Das ist ein Kasten mit Gitterdeckel. Quasi die Bühne. Da viel Wasser im spiel ist, ein sinnvolles Utensil da es eine saubere Grundlage bietet. Im Kasten unter dem Gitter ist ein Reservoir, dort wird das Wasser das durch das Gitter läuft aufgefangen. Da wird dann reichlich Wasser verschüttet.

Gaiwan
Wunderhübsche Schale mit Deckel und Untertasse – dient zum Aufbrühen des Tees.

Xiao Gai

Gong Dao Bei (Optional)
Der Fairness Cup oder Gerechtigkeitsbecher in den der Tee abgegossen wird damit alle den gleichen Geschmack bekommen.

Teefilter (Optional)
Erleichtert das abgießen und hält kleine Teeblattstücke zurück. (kann man weglassen). gibt es aus Metall oder Porzellan.

Duftbecher / Aromabecher (Optional)
Das sind kleine,schmale, zylindrische Becher.

Trinkschalen
Kleine flache breitere Schale die das gleiche Volumen wie der Duftbecher hat.

Utensilienset
Messschaufel zum Abmessen des Tees, Teenadel zum reinigen des Ausgießers einer Teekanne, Tassenzange zum handeln der Teetassen ohne sie anzufassen.
Rührstab zum bearbeiten der Teeblätter.

Teetierchen / Teapet (Optional)
Eine kleine Tonfigur, die traditionell in der chinesischen Teekultur verwendet wird. Sie wird mit Wasser und Tee „gefüttert“. Die Teapets gibt es in den verschiedensten Formen. es gibt auch welche, die beim Übergießen mit heißem Tee die Farbe wechseln.

Wasserkocher
Ich habe zwei Wasserkocher die man auf verschiedenenTemperaturen regeln kann und die diese dann konstant halten können: Stagg EKG Pro Kettle und Balter Edelstahl Wasserkocher

Der Tee

Für den Start habe ich einen Oolong Tee aus Vietnam verwendet. Oolong Tee liegt im Spektrum der Herstellung zwischen Grünem Tee (unfermentiert) und schwarzen Tee (voll fermentiert).

Die Teeblätter sehen bei dieser Oolong-Sorte aufgrund der Herstellung aus wie „Hasenkötel“. Die Teeblätter werden bei der Verarbeitung zu Kugeln gerollt.

Entsetzt hat mich, dass ich meinen Oolong Tee früher immer nur einmal aufgegossen getrunken habe. Der kann – je nach Qualität 6 – 15mal aufgegossen werden! Der erste Aufguss – zum waschen oder „aufwecken“ des Tees – wird hier weggegossen!

Xiao Gai

Meine Gong Fu Cha-Zubereitungsschritte

Die Zubereitung wird vor/für die Gäste gemacht. Der Gastgeber bedient seine Gäste mit dem Tee. Die Bühne ist der Char Pan.

Der Cha Pan wird auf den Tisch gestellt und Filter, Gong Dao Bei und Gaiwan werden in einem Dreieck angeordnet. Das Teapet wird ebenfalls auf den Char Pan gestellt.

Ich wiege ca. 6g Tee ab. (Wenn man das öfter macht kann man das nach Auge machen). Der Tee wird auf eine Schale präsentiert.

Der Wasserkocher wird einmal aufgekocht und dann auf (für meinen Oolong Tee) auf 85°C eingestellt. Das ist abhängig von der Teesorte.

Das Teesetup wird nun aufgewärmt (geweckt): Der Gaiwan wird mit Wasser aus dem Wasserkessel gefüllt. Von dort gießt man es dann durch den Filter in den Gong Dao Bei und von dort in die Duftbecher und die Trinkschalen um sie anzuwärmen. der Rest wir über das Teapet geschüttet (es wird gefüttert).

In den leeren und nun angewärmten Gaiwan gibt man nun den abgewogenen Tee, schließt den Deckel und schüttelt das Ganze. Dann kann man den Deckel öffnen und an dem Tee riechen – lecker.

Dann wird der Tee gewaschen bzw. geweckt. Der Tee im Gaiwan wird mit Wasser übergossen und nach 5 Sekunden gleich wieder in den Gong Dao Bei abgegossen.
Das Bedienen des Gaiwan ist nicht so kompliziert wie es aussieht. Wenn man ihn richtig hält verbrennt man sich auch nicht die Finger :-D. Es darf kein Tropfen Wasser im Gaiwan verbleiben.

Dann wird das Teapet gefüttert. Der Inhalt des Gong Dao Bei wird über das Teapet gegossen.

Das Wasser in den Teeschalen und Aromabechern wird nun ebenfalls über das Teapet gegossen.

Nun wird der aufgeweckte Tee im Gaiwan wieder mit Wasser aus dem Wasserkocher (85°C) aufgegossen. Der Deckel wird auf den Gaiwan gelegt und dann wartet man 60 Sekunden.

Dann wird der Porzellan Filter auf den Gon Dao Bei gelegt und der Gaiwan wird wieder in den Filter abgegossen. Der Tee hat nun eine schöne goldene Farbe.

Dann wir der Teefilter auf einen kleinen Teller abgelegt.

Der frisch aufgebrühte Tee wird zunächst in die hohen, schmalen Duftbecher gefüllt.

Die breite Trinkschalen werden umgedreht auf die gefüllten Duftbecher gesetzt, sodass sie die jeweils die Form eines Pilzes bilden.

Die „Pilze“ werden gemeinsam rasch umgedreht, sodass die Trinkschale unten und der Duftbecher oben ist.

Der Duftbecher wird vorsichtig nach oben herausgezogen, wodurch der Tee in der Trinkschale verbleibt. Die Trinkschale ist nun komplett gefüllt.

Bevor der Tee getrunken wird, hält man den leeren Duftbecher an die Nase, um das verbleibende Aroma zu genießen. Bei meinem Oolong Tee roch es nach Jasmin und nach zarten süßlichen Blüten.

Der Tee wird dann in kleinen Schlucken aus der Trinkschale getrunken. Die Duftbecher werden dann wieder gefüllt bis der Aufguss verteilt ist.

Dann kommt der nächste Aufguss. Je nach Qualität des Tees kann man 6-15 Aufgüsse machen. Der Tee entfaltet sich während der Aufgüsse komplett. Aus den anfänglichen Kügelchen werden wieder komplette Blätter die den Gaiwan komplett füllen.

Die Ziehzeiten werden bei jedem Aufguss um 10-15 Sekunden verlängert

Fazit

Gong Fu Cha ist weit mehr als nur eine Methode, Tee zuzubereiten – es ist ein achtsames Ritual, das Genuss und Tradition vereint. Die präzisen Abläufe und kleinen Details, von den passenden Utensilien bis hin zu den Ziehzeiten und Temperaturen, eröffnen eine völlig neue Dimension des Teetrinkens.

Gerade Oolong-Tee zeigt im Gong Fu Cha seine Vielseitigkeit. Mit mehreren Aufgüssen und subtilen Geschmacksnuancen entfaltet er sich nach und nach – ein Prozess, der den Fokus auf den Moment lenkt und die Sinne schärft.

Für mich war die Entdeckung dieses Rituals nicht nur ein Genuss, sondern auch eine Einladung zur Entschleunigung. Die Kunstfertigkeit, die hinter Gong Fu Cha steckt, erinnert daran, dass manchmal die kleinen, sorgfältigen Schritte den größten Unterschied machen.

Xiao Gai

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