Unser Japangarten – Bauabschnitt V – Mizu no Michi – Der Weg des Wassers

Nach dem noch recht erholsamen Bau des Teeplatzes waren jetzt größere Erdarbeiten angesagt. Das alte Staudenbeet musste nun komplett weichen – die zugewucherte Pergola hatten wir ja schon früher im Jahr befreit.

Beim Entfernen der alten Pflanzen und dem welken Laub der Pfeifenwinde entdeckte ich zu meiner Überraschung einen Igel im Winterschlaf. Den habe ich schnell wieder zugedeckt und mit dem Metallgestell eines alten Terrassen-Amphorenofens gesichert. Den Rest der Pflanzen konnte ich aber problemlos entfernen. Der alte Hibiskus in diesem Beet durfte bleiben – das hatte ich schon in den frühen Plänen des Gartens so vorgesehen.

An einem Freitagabend wollte ich dann „mal eben“ die Grasnarbe entfernen, damit ich am Wochenende direkt mit dem Erdaushub beginnen konnte.
Ein Kontrollblick in die Behausung des Igels ergab: „Igel ist ausgeflogen!“
Juchuu! Ich hatte schon Sorge, ob er den kalten, langen und schneereichen Winter gut überstanden hatte. Hat er :-).

Den Teich habe ich an die vorgesehene Stelle gestellt und die Umrisse des tiefsten Teils mit Sand markiert. Die Grasnarbe war schnell entfernt und ich habe gleich mit dem Erdaushub weitergemacht. Die nächste Stufe wurde mit Sand angezeichnet und weiter ging es in die Tiefe.

Bis zur Sumpfzone am Rand bin ich gekommen. Die Erdhaufen im Garten wurden auch immer höher. Nicht nur der zukünftige Hügel neben dem Teich war schon aufgeschüttet, sondern noch mehr Mutterboden stapelte sich an den letzten freien Stellen. Der muss wohl bald mal weggeschafft werden.

Am Samstag ging es dann weiter in die Tiefe. Dann begannen die Feinarbeiten, um überall ausreichend Platz für das Einsetzen der Teichwanne herzustellen.

Dann wurde der Sand eingefüllt, als Schutz und Ausgleich für das Ausrichten.

Das war sehr mühsam und zeitaufwendig. Schließlich sollte der Teich später möglichst in Waage stehen. Das erste Probeliegen zeigte allerdings noch: zu wenig Sand auf dem Boden. Also Teichwanne wieder raus und mehr Sand rein.

Dann war es soweit. Der Teich lag in seinem Bett aus Sand und die Probe mit der Wasserwaage war zufriedenstellend.

Wasser marsch! Ein Drittel des Teichs wurde befüllt, dann wurde Sand an der Außenseite eingeschlämmt. Dann wieder mehr Wasser in das Teichbecken und weiter einschlämmen. Bis der komplette Teich eingeschlemmt war.

Einen Anhänger voll mit überschüssiger Erde wurde beladen und durfte den Garten verlassen, um an anderer Stelle seinen Dienst zu tun.

Den gefüllten Teich habe ich dann erst einmal sacken lassen. Dann habe ich die alten Wasserlauf Formschalen aus schwarzem Kunststoff probeweise ausgelegt.

Die sahen leider nicht mehr so schön aus wie wir uns das erhofft hatten. Da muss doch noch ein Wasserlauf aus nachgebildeten Natursteinen her. Der war schnell bestellt und bei der Lieferung wurde gleich mal probehalber der geplante Wasserlauf hingelegt.

Die Oase-Pumpe wurde in Betrieb genommen. Das ist immer wie Magie. Sobald das Wasser plätschert erwacht der Gartenteil zum Leben.

Hmmm, der Wasserlauf mit nur Formteilen war irgendwie sehr kurz. Also noch ein zusätzliches Wasserlauf-Element nachbestellt. Das sah dann viel besser aus. Den Wasserlauf habe ich so angelegt, dass er neben dem Sitzplatz entlangläuft. Das sanfte Plätschern des Wasserlaufs dämpft die Umgebungsgeräusche. Ich liebe das.

Dann habe ich den Wasserlauf mit einem 3/4“ Schlauch an die Oase Pumpe und mit einem Adapter auf 1/2“ an den Einlaufstutzen des Quellteils des Wasserlaufs angeschlossen. Da kam ausreichend Wasser durch. Das ist viel schöner, als den dicken Schlauch einfach mit Steinen befestigt oben auf den Wasserlauf zu legen.

Den Hügel am Teich habe ich auf der Zaunseite mit einer Mauer aus Naturstein und Klinker abgestützt, um Abstand zum Zaun zu bekommen. Die Bewässerung habe ich auch gleich mit verlegt. Den Hügel habe ich dann mit einem Laubrechen schön modelliert. Die modellierten Hügel erinnern an das Konzept des „Tsukiyama“ – der Nachbildung von Landschaften und Bergen im Kleinen, wie sie typisch für viele japanische Gärten ist.

Einige Pflanzen hatte ich ja schon besorgt. Eine Seerose hat schon im Teich Einzug gehalten. Nun war noch ein Raid beim Staudengärtner fällig. Da habe ich neben Japanisches Waldgras (Hakonechloa macra und Hakonechloa macra ‚Aureola‘) , Sternmoos (Sagina subulata), Japansegge (Carex everest), Japanische Schwertlilie (Iris ensata) auch noch einen schönen Fächerahorn (Acer palmatum Dissectum Viridis) erstanden. Außerdem noch Zwergbinse (Juncus ensifolius) für den Teich.

Die Azalee die ich letztes Jahr gerettet hatte hat in diesem Jahr wunderschön ausgetrieben und blutrot geblüht. Sie hat mit einer zweiten Japanischen Azalee (die blüht ebenfalls fantastisch) einen Ehrenplatz am hinteren Ende der Teich-Blickachse bekommen. Im Hintergrund steht nun der neue Fächerahorn mit seinen schönen feinen grünen geschlitzten Blättern.

Die Pfingstrose hat auf dem Hügel seitlich neben dem alten Hibiskus einen Platz gefunden.

Ableger von der Golderdbeere (Waldsteinia ternata) und Zwerg-Hosta und größere Hosta haben ihren Platz am Teichrand gefunden. Die Bambuspflanzen (Fargesia sp.) habe ich rechts und links neben dem Sitzplatz platziert.

Beim Discounter gab es Pinienrindenmulch im Angebot. Der kam gerade recht.

Mal sehen, wie sich die Pflanzen entwickeln.

Im Teich habe ich noch einen Pflanzkorb mit Ablegern meines Tannenwedels eingebracht. Die ersten Wasserkäfer habe ich schon im neuen Teich entdeckt.

Im Umfeld habe ich noch neue Sternmoos-Nester gepflanzt und das Bruchkraut (Herniaria glabra Serpyllifolia) weiter geteilt und verbreitet. Mein Fächerahorn (Acer palmatum Katsura) den ich bislang im Topf auf der Terrasse gepflegt habe hat nun einen schönen Platz zwischen Teeplatz und Teich bekommen. Als neuer Bodendecker habe ich die Fiederpolster-Arten Leptinella potentillina (Cotula) und Leptinella squalida (Cotula).

Als nächstes wird der Teil mit den provisorischen Beton Trittsteinen gestaltet. Dazu muss aber erst der nächste Bauabschnitt angefangen werden.

Kodama im Garten – kleine Beschützer der Natur

Ein Garten lebt von stetiger Veränderung. Schritt für Schritt entsteht hier ein Ort, der nicht nur Pflanzen und Steine vereint, sondern auch Raum für Geschichten und Symbole lässt. In der japanischen Mythologie stehen Kodama (木霊) für die Geister alter Bäume – Beschützer der Natur und Sinnbilder für Harmonie und Lebenskraft.

Richtig ans Herz gewachsen sind mir die kleinen Wesen allerdings durch den Studio-Ghibli-Film もののけ姫 (Mononoke Hime) – Prinzessin Mononoke. Dort huschen sie schelmisch durch den Wald, klappern mit den Köpfen und zaubern mir bis heute jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht. Vielleicht war es genau diese Erinnerung, die nun auch meinen Garten inspiriert hat – denn plötzlich tauchten die ersten Kodama hier auf, als wären sie schon immer da gewesen.

Die Geschichte der Kodama erinnert aber auch daran, wie verletzlich die Natur ist. In alten japanischen Überlieferungen galt das Erscheinen dieser Baumgeister als gutes Omen: ein Zeichen dafür, dass der Wald gesund ist und die Bäume in Harmonie leben. Verschwanden die Kodama, so deutete man das als Warnung – der Lebensraum war aus dem Gleichgewicht geraten.

So stehen die kleinen Geister bis heute sinnbildlich für eine intakte Natur. Ihr stilles Dasein macht bewusst, dass jeder Garten, jeder Baum und jedes Stück Grün Fürsorge und Respekt verdient. Vielleicht ist es genau dieses Gefühl, das sie so besonders macht: die Ahnung, dass wir die Natur nicht beherrschen, sondern mit ihr im Einklang leben sollten.

Unser Japangarten zweiter Bauabschnitt

Eine Teichpanne im Urlaub

Nach dem wohlverdienten Sommerurlaub in Österreich ging es dann mit dem Ausbau weiter. Im Urlaub gab es noch einen Schreckmoment. Morgens ein Blick auf die Webcam: Der Teich ist leer! Der freundliche Helfer vor Ort konnte den Teich wieder befüllen und die Pumpe umschalten so dass der Wasserlauf abgeschaltet wurde. Die Pumpe hat dann nur im Teich umgewälzt. Wieder zu Hause habe ich das Problem entdeckt. Der ungenutzte versteckte Zulauf im ersten Bachlaufelement war der Übeltäter. Hier half ein Korken. Und das Problem war gelöst. Nun ist der Wasserstand stabil.
Währenddessen, im Urlaub, hatte ich einen Jizō bestellt.

Ein Jizō zieht ein

Jizō – Beschützer und Wegbegleiter

Der Jizō (地蔵) ist eine in Japan verehrte buddhistische Schutzfigur, die besonders Reisende, Kinder und ungeborene Seelen behütet. Man findet ihn oft am Wegesrand, in Tempeln oder in Gärten. In Japan tragen viele Jizō-Statuen eine rote Mütze oder ein Lätzchen – Zeichen der Fürsorge und Liebe.

Unser Jizō ist ein stiller Hüter im Japangarten: Er strahlt Ruhe aus, lädt zum Verweilen ein und erinnert an Mitgefühl und Achtsamkeit im Alltag.

Kerstin hat unserem Jizo die übliche rote Mütze und ein Lätzchen gehäkelt.




Tsukubai-Bau aus Bambus & Granit

Nun wollte ich das Tsukubai in Angriff nehmen.
Für diesen Zweck hatte ich ja schon das Granitbecken besorgt. Dazu wollte ich einen Wassereinlauf aus Bambus bauen. Im Baumarkt habe ich überraschenderweise noch „nicht gerissenen Bambus Stäbe“ entdeckt. Damit und mit meinem sehr dicken Bambus aus dem Bestand habe ich dann den Wassereinlauf gebaut. Alles ohne Schrauben und Kleber. das dünne Bambusrohr steckt schräg in dem Löchern, die ich dort mit Bohrmaschine, Raspel und Feile gemacht habe. Der Schlauch liegt innen. Irgendwie habe ich es geschafft das einzufädeln. Zunächst ein Test mit der vorhandenen Solarpumpe auf kleinster Stufe.

Das funktioniert schon prima! Der Wasserstrahl war aber etwas zu kräftig. Eine schwächere Pumpe von Oase und ein 90 Liter Wasser Reservoir mit Deckel und ein passendes Gitternetz welches das Hineinfallen kleiner Steine verhindert bestellt.

Nun waren wieder Erdarbeiten angesagt. Das Beet unter der der Abelie wollte zuerst noch entkrautet werden. Mit einem tiefen Seufzer ging ich nun daran den Giersch und die Bestandspflanzen zu entfernen. Hier das Zwischenergebnis.

Bei einem anderen Baumarkt haben wir Granitsplitt und – „Juchuuu!“ – Trittsteine aus Flussteinen ergattert. Leider waren nicht so viele Steine da wie wir für den ganzen Garten brauchen. Auch große Steine gab es :-).

Hier haben wir die Trittsteine mal zur Probe ausgelegt…. (natürlich müssen die noch versetzt sein)

Das 90 Liter Reservoirbecken wurde nun in den Boden eingelassen (ächz) und auf einer Sandschicht gebettet und penibel in Waage ausgerichtet. dann wurde es nach und nach gefüllt und eingeschlämmt.

Ich habe das Netz und darauf zwei Klinker gestellt und darauf das Granitbecken platziert. Drumherum habe ich den Granitkies platziert. Vorher habe ich die neue Pumpe installiert und die lässt sich schön einstellen. Den Brunneneinlauf habe ich noch am Hauptpfosten gekürzt um die Fallhöhe des Wassers zu verringern. So klingt das harmonischer und entspannend.

Spaßeshalber haben wir eine alte Poolleuchte mit LED mal in das Becken platziert. Die Fernbedienung wurde auch wiedergefunden. So konnte man eine schönere Lichtfarbe und stärke einstellen. Sieht im dunkeln garnicht so schlecht aus.. (Aber nur für besondere Anlässe).

Feinschliff & Pflanzenzauber

Jetzt kommt der Feinschliff (der Auslauf darf nicht zentral sitzen sondern leicht seitlich versetzt. Die Bepflanzung möchte ich mit Hosta, Japanischer Regenbogenfarn, Streifenfarn, Carex Gräser, Astilbe und im Hintergrund die dort bereits wachsende Prachtspiere (Spiraeo japonica). Als Bodendecker für den Vordergrund möchte ich Sternmoos und Viola odorata verwenden. Die Veilchen habe ich beim Aufräumen des Beetes mit der Kasuga Laterne entfernt und in Töpfen kultiviert. Durch die automatische Bewässerung am Pflanzenparkplatz haben sie sich prächtig entwickelt.
Von der KI habe ich mir diese Planungsskizze erstellen lassen:

Mal sehen wie das Originial dann wird.

Zuerst habe ich die Steine um das Becken platziert und die Pflanzen noch in den Töpfen hingestellt (zur Probe)

Zwischenzeitlich habe über Kleinanzeigen noch ein Angebot für kostenlose Steine entdeckt. Also den Anhänger ausleihen und vor Ort habe ich erstmal einen Schreck bekommen. Die Steine sind aber größer als sie auf dem Foto erschienen. Zum Glück hatte ich den Anhänger genommen. Hier die Ausbeute:

Da sind auch ein paar sehr schöne große Trittsteine dabei.

Ein Stein passte perfekt an die rechte Seite des Tsukubai – dort, wo man eine Kerze abstellen kann. Die Bewässerungsleitungen mit zwei Sprühern (für das Moos) habe ich gleich mit Installiert. Die Zuleitung zum nächsten Bauabschnitt geht nun auch schon weiter.
Dann wurde gepflanzt.

Aus einem Reststück Bambus habe ich dann noch eine Schöpfkelle gebaut und gleich am Tsukubai platziert.

Das Sternmoos habe ich vom Teichbeet abgezwackt. Das wächst dort so gut dass es garnicht auffällt, wenn man ab und zu dort etwas abzwackt.

Hmm…. sollte ich den Granitkies vor dem Brunnen noch weiter ausdehnen (zwischen dem Moos um den Übergang des Beckens zu verdecken?
Eventuell fülle ich dort noch etwas Erde auf oder ich warte bis das Moos das alles ausgefüllt hat..

Insgesamt sieht das aber schon sehr malerisch aus. Vor allem wenn die Blüten der Abelie auf dem Wasser schwimmen und auf den Steinen liegen. Der Duft der Abelie ist ebenfalls betörend. Gut dass wir sie drin gelassen haben. Da sollte zuerst noch ein Fächerahorn an die stelle gesetzt werden.

Pflasterung vor dem Schuppen

Mittlerweile gab es Nachschub für den Steinvorrat bei Kleinanzeigen. Da waren auch schöne Granisteine dabei.

So konnte der nächste Abschnitt „Pflastern vor dem Schuppen“ in Angriff genommen werden. Das ist der Bereich rechts neben dem Tsukubai.

Ich habe da schon mal ein paar Granitsteine probeweise als Muster hingelegt. Hier ein gezeichneter und zwei KI-Entwürfe.

Ziel war es einen Mix aus Formen und Materialien zu erzeugen. Ich habe noch Anthrazit-Farbene Betonsteine im Baumarkt entdeckt. Die größeren Formate sollten die Fläche „ruhiger“ machen. Geplant war ein Übergang von rechts nach links: Beton zu Natur, Groß zu klein, hell zu dunkel. Den Rand zum Tsukubai wollte ich auf jeden Fall geschwungen haben.

Ein Sandbett als Unterlage und dann die Steine (hatten aller verschiedene dicken) verlegen. Betonsteine, Granit und Feldsteine mit einem kleinen Findling eingebettet in die Pflasterung, damit es so aussah, als ob er schon immer da war und drumherum gepflaster wurde. Statt der Klinker habe ich eine dezente Rasenkante aus Metall verlegt. Die lässt sich super gerschwungen verlegen und trennt nun das Lebende vom Pflaster.

Einen Trittstein habe ich noch an den Rand des Pflasters gesetzt und die Gardena Steckdose mit kleinen Granitsteinen umrundet.

Als nächstes werde ich wohl die Pflasterung für ein weiteres Element unsere Gartens bauen. Für die „Koshikake“ – der Wartebank für die Gäste. Die gibt es im nächsten Beitrag.