Wie die Jungfrau zum Kindle…

Vorweg:

Ich mag alte Bücher, ihren Geruch, das Gefühl des Alters eines Buches – zu wissen, dass es Vorbesitzer hatte, nicht zu wissen wer es war oder nur den Namen aus handschriftlichen Anmerkungen und Kritzeleien. Kurz ein altes Buch hat etwas magisches.

 

Nun schreitet die Technik immer weiter voran und so kam auf Wunsch unserer Tochter einer dieser neumodischen eBook-Reader ins Haus. In unserem Falle ein Kindle.

Für einen modernen Smartphonebesitzer hört sich die Beschreibung so eines Gerätes ja recht traurig an: Nicht beleuchtetes Display, nur schwarz-weiss, keine bewegten Bilder….

Wer aber schon einmal versucht hat auf einem  Smartphone oder Tablet ein langes Buch  zu lesen (womöglich in der Sonne) wird schnell die Vorteile dieser elektronischen Tinte entdecken.

Wie von Zauberhand erscheinen die Buchstaben auf der Kindle wie einst bei der Unendlichen Geschichte.

Das Bild ist so klar und scharf, dass ich beim Auspacken des Gerätes die Inbetriebnahmeanleitung für einen Aufkleber auf dem Display gehalten habe. Auch die lange Akkulaufzeit von ca. 1 Monat treibt Smartphonebesitzern die Schamesröte ins Gesicht. Und leicht ist das Gerät auch. So kann man auch im Bett bequem lesen. Und wer schon einmal mit einem 1000 Seiten -Wälzer im Bett auf dem Rücken liegend beim Lesen eingeschlafen ist, kann den Vorteil eines geringen Gewichtes nicht von der Nase weisen.

Die Bücher können bei Amazon gekauft und gleich auf den Kindle per WLAN verteilt werden. Das ist eine schöne Sache. Noch schöner wäre es wenn die eBooks nicht so teuer wären. Soviel billiger als die Print-Ausgaben sind sie nämlich nicht.

Es gibt aber auch viele Kostenlose eBooks. Meist sind es Klassiker von Shakespeare, Jules Verne, etc. die man so immer dabei haben kann. In den Internen Speicher des Kindle passen so um mehre tausend Bücher. Für den Rest gibt es einen Cloud-Speicher bei Amazon.

Es gibt auch eine Kindle-PC-Anwendung und eine Kindle-App auf dem Smartphone. Die Bücher können auf allen Geräten gleichzeitig gelesen werden. Der Lesefortschritt wird dabei praktischerweise gleich synchronisiert.

Was mich nun besonders interessiert hat, ist die Möglichkeit eigene Inhalte in Form eines eBooks auf dieses Gerät zu bringen und sie damit quasi in den Status eines „Buches“ zu bringen. (Falls ihr wiss was ich meine)

Ich habe ein altes Märchenbuch mit einem OCR-Programm vor längerer Zeit eingescannt um es – für den eigenen Gebrauch – vor dem drohenden Verfall zu bewahren.

In Word wieder mit den Illustrationen zusammengesetzt wurde es dann als PDF ausgedruckt und per eMail an den Kindle-Account (jedes dieser Geräte hat eine eigene eMail-Adresse) mit dem Betreff „convert“ gesendet.  (Die Anweisung an den Prozessor die Datei umzuwandeln) .

Das Ergebnis war zufriedenstellend. Überschriften und Inhaltsverzeichnis wurden korrekt übertragen. Hie und da muss ich im Dokument noch eine Leerzeile entfernen aber das war es dann schon auch.
Auf dem Kindle gibt es keine Seiten. Der Text kann in verschiedenen Schriftgrößen und Zeilenabständen angezeigt werden (sehr praktisch für Brillenträger die bald eine Gleitsichtbrille benötigen). Dadurch wird der Text unvorhersehbar umgebrochen.

Auch die Illustrationen werden schön scharf angezeigt.

Leider können die selbsterstellten Bücher (noch) nicht über die Amazon-Cloud auf die „nicht-Kindle“ Endgeräte verteilt werden. Kopieren per Hand funktioniert aber. Bei Bedarf gibt es Programme wie z.B.Calibre. Diese können verschiedene eBook-Formate umwandeln bzw. erzeugen.

Vieles zum Thema eBooks und eBook-Reader gibt es bei hier bei lesen.net.

Wenn das Gerät mal nicht gebraucht kann es im standby_Betrieb laufen und zeigt recht nette Bilder an.
Strom wird ja nur gebraucht, wenn die Seiten aufgebaut wird. Danach ist keine Aktion des Gerätes nötig. Am besten ist das mit der Zaubertafel aus dem Kinderzimmer vergleichbar. Man malt mit einem Magnet Muster die dann ohne äußere Einwirkung bestehen bleiben. Zum Löschen der Inhalte wird ein Magnet über die Tafel gezogen. So ähnlich ist das Prinzip der eInk oder auch des elektronisches Papiers.

Hier bieten sich sicher noch viele Anwendungsbereiche.

Es gibt auch eine Kindle-Version mit Tastatur und eine mit Tastatur und 3G Netz. (WLAN haben alle).
Interessant ist, dass das 3G eingebaut ist und Weltweit funktioniert. Amzon übernimmt alle Kosten.
Wer im Urlaubsland noch schnell ein Buch kaufen möchte kann dies dann ohne zusätzliche Kosten tun.
Soziale Netzewerke sind auch mit eingebunden. So kann der Lesefortschritt oder Anmerkungen in Facebook oder Twitter mitgeteilt werden. Ein Experimental-Browser ist auch eingeaut. (Ob das mit den 3G-Kosten wirklich so funktioniert? 😉 )

Mal sehen wann wir ein zweites Gerät benötigen ;-).

Besondere Bücher werde ich mir aber immer noch als gebundene Version beschaffen.

Erfahrungen mit dem Smartphone

Nun habe ich mein Samsung Galaxy SII einen Monat in Gebrauch und möchte es nicht mehr missen.
Nach kurzer Umgewöhnung (Als Palm Pre Benutzer will man die Anwendungen die man nicht mehr benötigt immer nach oben herausschieben 😀 ) und Konfiguration aller Konto-Einstellungen konnte das Testen der zahlreichen Apps losgehen.

Zum Thema Geocaching gibt es da eine erfreulich große Auswahl an Apps. Beim meinem Palm war ich da ja nicht so sehr verwöhnt – es gab da ja nur eine.

Ich nutze GSAK und habe natürlich vor es weiter zu benutzen (nun in der Version 8.x).

Zusätzlich kann ich nun meinen Bluetooth GPS-Empfänger (Jentro) wieder verwenden, da es vom Galaxy auch als Bluetooth GPS erkannt wird.

Folgende Einsatzszenarios habe ich betrachtet:

Szenario A: Geplanter Cacheausflug

  • Wegpunkte über GSAK auf dem eTrex Vista HCX und Staßennavi (nüvi) installiert
  • Caches des Ausflug liegen als pocketquery und in GSAK vor.
  • Smartphone as Listingspeicher

Szenario B: Spontanes Cachen ohne Vorbereitung

  • Es wird nur das Smartphone verwendet

Zunächst habe ich einmal die folgenden Apps ausprobiert:

  • Die offizielle Groundspeak App
  • Neongeo
  • c:geo
  • GeOrg
  • GDAK
  • GCC
  • Compass
  • GPS Status
  • Bluetooth GPS
  • WherYouGo

Beschrieben wurde Anwendungen diese sicher schon an anderer Stelle in epischer Breite. Ich beschränke mich da einfach einmal auf meine Erfahrungen.

In die engere Wahl als Hauptanwendung kamen nach einigem Ausprobieren Neongeo,GeOrg und c:geo.

Hier sind meine Erfahrungen:

Neongeo

  • Nutzt die Groundspeak-API und hat mit Netzwerkanbindung da gute Möglichkeiten dynamisch  an Cachelistings  heranzukommen
  • Suchen in Offline-Daten gestaltet sich hier schwierig.
  • Die nächstgelegenen Caches bekommt man sehr gut angezeigt.
  • Wegpunkte der Caches erhält man leider nicht über das Listing und kann sie so auch nicht direkt zur Navigation nutzen. Da sind Umwege über POI nötig.

GeOrg

  • Kann in Offline-Cachedaten vernünftig nach einem Cachenamen suchen
  • Man kommt gut an die Wegpunkte heran. Diese werden auch mit Anmerkung in der Karte angezeigt.
  • Die nächstgelegenen Caches bekommt man sehr gut angezeigt.
  • Die Listingdarstellung ist gegliedert dargestellt. Um an Details zu kommen sind aber immer einige Taps nötig.
  • Die Listings werden leider nur Hochkant angezeigt und passen nicht immer bei breitem Layout mancher Listings.
  • Der Mailabruf von Pocket-Queries klappt direkt per Verknüpfung aus meiner Android eMail App heraus.

 

c:geo

  • Hat praktische Funktionen die Cachedaten sind per Swipe leicht umzuschalten.
  • Auch hier kann man direkt aus der Listingansicht ohne Klimmzüge zu den Wegpunkten gelangen und auch zu diesen navigieren.
  • Die nächstgelegenen Caches bekommt man sehr gut angezeigt.
  • Die Listings werden – soweit ich es beobachten konnte – sehr vernümftig dargestellt.
  • Auch der Mailabruf von Pocket-Queries klappt direkt per Verknüpfung aus meiner Android eMail App heraus.

Für mich war die allein-seligmachende App noch nicht dabei.
c:geo kommt meinen Anforderungen dabei schon sehr nahe.
Bei der Nutzung der drei oben beschriebenen Apps hat man aber alle Funktionen in Summe dabei.


Hilfsanwendungen:

  • GCC
  • Compass
  • GPS Status

 

GCC – GeoCache Calculator:

Der Geocache Calculator ist eine Sammlung von Code-Entschlüsslern, Tabellen, Formelassistenten, etc.
Wenn man mal unterwegs nicht weiterkommt kann man sich hier einiges an Unterstützung holen. Eine sehr schöne Sammlung!  (Ich bin ja immer immer noch so der Typ für Papier und Bleistift).

 

Compass:

Eine nett anzusehende standalone Kompass-Anwendung mit mehreren Designs.
(Falls man mal einen reinen Kompass benötigt)

 


Whereigo:

  • WherYouGo

Bislang habe ich keine Whereigo Caches suchen können. Mit dieser App wird das dann hoffentlich gehen. Ich habe einmal zwei Cartridges geladen und das sah schon recht gut aus. Mal sehen wie sich das im Feld verhält. Test am echten Cache steht noch aus.


GPS:

Das eingebaute GPS ist schon recht gut. allerdings auf den letzten Metern nicht zu gebrauchen. (Verglichen mit meinem Garmin eTrex). Darum habe ich meinen externen Bluetooth-GPS-Empfänger einmal probeweise eingebunden.

So einfach war das aber nicht.

Das GPS ließ sich einfach koppeln. Die Daten wurden aber in den Anwendungen nicht erkannt.

Abhilfe schaffte hier die APP „Bluetooth GPS“.

Bei den Einstellungen muss man darauf achten, dass der Haken bei  „Enable Mock GPS Provider“ gesetzt ist bevor mann „connect“ drückt.

So eingestellt ersetzt das Bluetooth GPS das im Smartphone eingebaute GPS. Das klappt auch sehr gut. Das Bluetooth GPS kann durchlaufen, auch wenn das Smartphone nicht darauf zugreift. Man hat dann beim Einschalten sofort einen recht genauen Fix. Ab und zu sollte man aber die Kontrolleuchten des Bluetooth GPS konrollieren, da es sich bei nichtgebrauch nach einer Zeit abschaltet.

Die angezeigte GPS-Genauigkeit lag bei ca. 3m :-). Allerdings bekommt man aufgrund der verschiedenen Positionen (BT GPS auf dem Rucksack – Smartphone in der Hand manchmal komische Werte auf dem letzen Meter zum Cache. Das kann der Kompass dann wohl nicht mehr ausgleichen.

Was mit dem Bluetooth GPS nicht funktionierte:

  • die Google Navigation ignoriert das BT-GPS (Goole Maps ohne Navigation funktioniert komischerweise)
  • Die Munzee-App läuft auch nur mit dem eingebautne GPS und verweigert aus nachvollziehbaren Gründen das externe GPS 😉

Die Mock GPS Funktion wird in den Geräteeinstellungen ein- bzw. ausgeschaltet. Wenn man mal kontrollieren möchte was gerade eingestellt ist:

Unter Anwendungen -> Entwicklung findet man die folgenden Einstellungen:

Der Haken bei „Pseudostandorte zulassen“ muss bei Bluetooth GPS – Verwendung gesetzt sein. Ansonsten hat man nur die Netzanbieter-Schätzposition über die Sendemasten.


Nebenkriegsschauplatz:

Bei der Suche nach dem Bluetooh GPS-Thema bin ich noch über einen Beitrag im Geoclub gestolpert. Dort wird beschrieben wie man auch die fehlenden Anzeigen für die empfangen Sateliten erhält in dem man versteckte Funktionen des Gerätes aktiviert. Das GPS funktioniert aber auch ohne dieses Verfahren, aber es ist doch schön, wenn man diese Anzeigen  auch beidienen kann.


FAZIT:

Auf mein eTrex Vista HCX werde ich zukünftig nicht verzichten.
Die Outdoor-Bedienbarkeit und Robustheit kann nicht mit einem Smartphone mithalten. (Ganz zu schweigen von der Akkulaufzeit.) Ein Büchlein und einen Stift werde ich trotzdem mitnehmen.

Die Papierstapel können jetzt wahrscheinlich entfallen. Die Listings lese ich mir zwar lieber vorher einmal am PC durch aber es ist doch schön die Beschreibungen von vielen Caches dabeizuhaben und auch einmal „irgendwo“ bei Gelegenheit einen Cache spontan suchen zu gehen.
Eine große Erleichterung wird das im Sommerurlaub werden. Da geht es wieder nach Österreich, Italien und in die Schweiz. Wegen der Netzanbindung bin ich dort auf die Offline Funktionalitäten der Geocaching Apps angewiesen. Das ist aufgrund des Leistungsumfanges der Apps sicher angenehmer als bislang. 🙂

 

 

 

 

 

Navigation zum Kühlregal

Gerade eben kam für Android Geräte ein Update für die Google Map Anwendung.
Mit der neuen Version ist jetzt die Navigation innerhalb ausgewählter Gebäude möglich. Da dort Gps nicht funktioniert werden die Funkmasten und Wlan Netze zur Positionsermittlung herangezogen.
Wer sich das einmal anschauen will, muss nach Japan oder in die USA fahren.


Hier ein Beispiel für Android Benutzer