Was lange währt – Stativauswahl

Aus meinen Anfangszeiten der Fotografie hatte ich noch ein Alustativ mit knarzendem Plastikneiger.

Besser als nichts. Allerdings sind bei leichtestem Wind (trotz beschweren mit einem Sandsack) viele Stern-Aufnahmen verwackelt. Darum wollte ich „mal eben“ eines aussuchen das für meine Sony Alpha 57 geeignet ist. Es sollte natürlich stabil sein, aber auch nicht zu viel kosten. Schnell merkte ich dass das Gewicht und das Packmaß für mich auch eine große Rolle spielen. Lange Wanderungen wollte ich mit Stativ zwar nicht machen, aber bei nächtlichen Fotoausflügen oder Events laufe ich doch immer einige Meter. Und was nützt dann ein Stativ das man nicht mitnimmt weil es zu schwer ist.

Leider kamen die ultraleichten Karbonstative aus Kostengründen nicht in Frage.

Dann habe ich endlos Videos bei youtube, Test- und Erfahrungsberichte angesehen und andere Fotografisch bewanderte befragt.

Fazit: Das perfekte Stativ für alle Anwendungen gibt es einfach nicht und es sinnlos danach zu suchen.

Viel wichtiger war es, sich darüber klarzuwerden was die eigenen Anforderungen sind und wo man bereit ist in dem Dreieck Kosten-Stabilität-Transportabilität Abstriche machen kann.

Bei festem Budget bleiben dann nur noch zwei Parameter: Stabilität und Transportabilität.

In der Endauswahl waren dann ein Manfrotto 055XPROB, ein togopod survival Patrick und ein Sirui N-2004 KX.
Die habe ich mir genauer angeschaut.

Das Manfrotto 055xprob hat mir gut gefallen. Super Verarbeitung und variabel mit der schwenkbaren Mittelsäule. Allerdings ein Schwergewicht. Ich der Firma ist es „das kleine“ Stativ.

Den togopod survival Patrick habe ich mir beim großen Fluss bestellt. Das sah nach den Daten sehr vielversprechend aus, hat mir in Real dann aber gar nicht gefallen. Der Plastikgestank aus der Verpackung war schon sehr kräftig und die zweifach ausziehbare Mittelsäule ließ sich nicht richtig gegen das Verdrehen sichern. Zwei Schraubverschlüsse in der Mittelsäule, die geschraubte Montageplatte und ein Kugelkopf mit nicht ganz feststellbarer Panoramaebene – da drehte alles mit. Der sehr einfache Kugelkopf – ich bin da wirklich kein Experte – sackte beim Feststellen sehr stark nach und die ArcaSwiss Schnellwechselplatte konnte auch nur sehr schwer festgestellt werden und war hakelig. Die Gummifüße kann man aus versehen abschrauben und verlieren. Die Gummiteile waren weich und klebrig – kurzum ich war sehr unzufrieden. Das Teil ging am gleichen Abend zurück in den Karton. Das Zurücksenden hat Problemlos geklappt.

Dann habe ich mir das Sirui N-2004 mit dem SIRUI Kugelkopf K20x bestellt. Was für ein Unterschied. Der Preis des Sirui ist natürlich etwas höher als beim togopod, allerdings wurde hier meiner Meinung nach insgesamt besser verarbeitet und der Kugelkopf ist natürlich besser.

Das macht einfach Freude damit zu arbeiten. Die Gummiringe für die Beinverstellung stinken nicht und fühlen sich angenehm fest an. Die Spikes an den Gummifüßen kann man butterweich ausfahren.

 

Die Mittelsäule brauche ich bei der Stativgröße überhaupt nicht.

Ein Bein kann – wie auch beim togopod – als Einbeinstativ verwendet werden. Allerdings wirkt bei Sirui wieder alles stabiler.

Der Kugelkopf fühlt sich sehr gut an und hat eine Panoramaebene und eine Friktionseinstellung. Damit kann man die Kamera gegen das versehentliche abkippen beim Lösen sichern und auch komfortabler einstellen. Die ArcaSwiss Wechselplatte funktioniert genauso wie erwartet. Klasse.

Das Gewicht des Stativs ist nun (mit Kopf) bei ca. 2,26Kg. Das war für mich auch schon das Maximum. Zusammengeklappt hat es eine Größe von 47cm. Eine praktische Stativtache war auch schon mit dabei und der Gurt der Tasche kann auch am Stativ angebracht werden – sehr praktisch.

Sieht so aus als ob ich mein Stativ/Kopf gefunden habe :-).

Im Sommerurlaub in den Alpen werde ich es ausgiebig testen….

 

Eine Antwort auf „Was lange währt – Stativauswahl“

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag.

    Ich stehe gerade zwischen dem 055 von Manfrotto und dem 2000er von Sirui. Besonders das Gewicht vom 055er bereitet mir Sorgen, will ich es doch auch unterwegs einsetzen. Von daher gewinnt das Sirui durch deinen Beitrag ein paar Pluspunkte, nicht zuletzt auch wegen der Einbeinnutzbarkeit. Die 90° Mittelsäule ist zwar eine sehr coole Lösung, allerdings lese ich immer wieder, dass man sie in der Praxis kaum verwendet.

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