Mai 152017
 

Ein neuer Brautag!

Diesmal wollte ich endlich das lange geplante India Pale Ale, welches ich hier bei Maische Malz und Mehr gefunden hatte, brauen.

Ein India Pale Ale ist ein Obergäriges Bier.

Eine schöne Legende besagt, es soll für die englischen Soldaten in Indien in England gebraut worden sein. Um es für die lange Seereise haltbarer zu machen, wurde das India Pale Ale stärker gehopft und doppelt so stark wie üblich ca. 8% Alkohol! gebraut. Das könnte auch kostbaren Frachtraum gespart haben, denn in Indien sollte es dann mit Wasser auf das normale Maß verdünnt werden. Das hat dort aber keiner gemacht und das Bier war dann der Renner.

Dagegen ist das Rezept noch recht dezent. 13.7° Plato und ca. 5.7% Alkohol.

Da es Nachmittags regnen sollte begann der Brautag schon um 7:00 Uhr.

Beim Transport und beim Abmessen des Haupgusswassers kam der gebraucht erstandene 25 Liter Edelstahl-Einkocher von Bartscher das erste Mal zum Einsatz. Dieser hat ja praktische Henkel und eine eingepresste Literskala.

 

Nach dem Einmaischen habe ich festgestellt: Mit den gewählten Mengen des Rezeptes habe ich das Limit des Setups erreicht.

Das ließ sich aber noch problemlos bewältigen.

 

Beim Maischekochen kündigte sich Regen an. Deshalb bin ich in den Carport umgezogen.

Hier seht ihr meine aktualisierte Läutertreppe. Der 25 Liter Einkochtopf von Bartscher passt hier hervorragend. Durch das hohe Bodenteil ist sein Ablaufhahn auf der richtigen Höhe. So hat das Nachgusswasser konstant die richtige Temperatur und kann stetig nachlaufen. Der Temperaturfühler des Maverick passt praktischerweise durch das kleine Lüftungsloch im Glasdeckel des Einkochers.

 

Beim Läutern hat mir diesmal eine Läuterspindel gute Dienste geleistet. Sie schwimmt in der geläuterten Würze und ist auf 70° C geeicht. Sie zeigt dann immer den aktuellen Stammwürzegehalt an. Der Nachguss läuft dann bis der gewünschte Wert erreicht ist. Das waren bei mir 12° Plato. Durch Verdampfen beim Kochen sollten dann 13.7° Plato erreicht werden. Auf dem Foto sind es noch fast 16° Plato da kam dann noch mehr Nachguss dazu.

 

Das IPA Simcoe wird – wie der Name schon vermuten lässt mit Simcoe Hopfen gebraut.

Eigentlich mag ich den Simcoe nicht so besonders. Zumindest der Captain John Graves Simcoe aus der Serie „Turn“ ist ein richtiges Ekel ;-).

Der Simcoe Hopfen ist allerdings eine Wucht. Nach dem Abwiegen mit der Feinwaage roch die ganze Küche danach. Er hat waldige, fruchtige Aromen wie z.B. Kiefer, Waldbeeren, Grapefruit, Maracuja…

In das IPA kommt eine gehörige Menge Hopfen hinein. (Zum Vergleich: Beim Sud #1 Weizenbier kamen 30g Hopfen mit 4.6% Alphasäure hinein. Hier kommen beim Kochen bereits 54g Hopfen, der auch noch fast drei mal höheren Alphasäuregehalt hat, hinein. Und dann wird noch Hopfen kalt gestopft!). Das gibt ein Aroma.

 

Premiere hatte diesmal auch mein Refraktometer. Damit kann man den Brechungsindex von Flüssigkeiten bestimmen. Der Wert wird in Brix angezeigt. Den kann man leicht in °Plato oder Gewichtsprozent umgerechnet werden. Allerdings sind später – bei zunehmendem Alkoholgehalt während der Gärung – die Messwerte nur mit Kenntnis der Stammwürze verwendbar. Dafür gibt es praktische Online-Rechner.

Das Beste: Für die Messung werden nur wenige Tropfen benötigt. Bei der Spindelmessung brauchte es ja immer einen ganzen Messzylinder voll. Jungbier ist kostbar!

Das Refraktometer kann man auch besser und genauer ablesen. Auch mit dem Smartphone.

Hier die Stammwürze vor dem Kochen: 12.5% Bix – das entspricht 12.1° Plato.

 

Dann kam mein Lieblingsteil – Das Würzekochen. Auch hier war das Limit erreicht. Aber noch genug Raum zum wallenden Kochen. Der erste Hopfen ist schon drin. Dieser Duft :-). Da fehlt nur noch das Handuch zum Inhalieren.

 

Am Ende des Kochens wurde ein flotter Whirlpool angedreht.

 

Das Ablassen der Würze ging diesmal ohne Dolde im Ablaufhahn zügig und mit einem schönen Trubkegel vonstatten.

 

Gute 23 Liter feinste IPA Simcoe Stammwürze.

 

Und: Tadaaaa!

14.25% Brix – Das entspricht 13.8° Plato Stammwürze. Angepeilt waren 13.7° Plato. Wenn das mal keine Punktlandung ist :-).

 

Über Nacht habe ich die Würze in der kühlen Küche abkühlen lassen. Ich sollte mal über einen Würzekühler nachdenken…

Kann nächsten Morgen habe ich dann die Hefe dazugegeben.

Als Hefe habe ich die Wyeast #1318-London Ale III verwendet. Diese Flüssighefe kommt in einem Smack Pack und wird ca. 3 Stunden vor der Anwendung aktiviert indem ein in der Packung enthaltener kleiner Nährmittelbeutel zum Platzen gebracht wird. Die Packung bläht sich dann in der Folge durch die beginnende Gäraktivität auf. Quasi ein versiegelter Gärstarter. Daran kann man auch erkennen ob die Hefe noch gut ist. War sie auch.

Am Abend kamen wir von einem Ausflug wieder. Da blubberte es schon fleißig im Gärröhrchen. Die Überweiße baute sich auch schon langsam zum Kräusen auf.

Ich bin wieder gespannt auf das Ergebnis.

Die Methode für das Hopfenstopfen wird wahrscheinlich so gewählt: Nach dem Ende der Gärung werde ich einmal umschlauchen und den Stopfhopfen direkt in das Jungbier geben. Dann einige Tage stehen lassen. Wenn es das Wetter erlaubt einen Cold Crash und dann noch einmal umschlauchen in einen Behälter mit vorgelegter Traubenzuckerlösung für die Karbonisierung und dann abfüllen in Flaschen.

 

Hier noch einmal die Zusammenfassung des Rezeptes:

Sudhausausbeute: 60%

Hauptguss: 26 L

Nachguss: 13 L

 

Schüttung:

Pilsener Malz: 3.3 kg

Münchner: 1.94 kg

Cara hell: 260g

Cara Red: 260g

Haferflocken (Kölln Blütenzarte): 260 g

 

Maischplan:

Einmaischen: 57°C

1. Rast: 57°C 10 Minuten

2. Rast: 64°C 60 Minuten

3. Rast: 72°C 20 Minuten

4. Rast: 78°C 5 Minuten

Abmaischen: 78°C

 

Würzekochen:

Kochzeit: 90 Minuten

18g Simcoe Pellets 12.9% Alpha zum Kochbeginn

18g Simcoe Pellets 12.9% Alpha nach 45 Minuten

18g Simcoe Pellets 12.9% Alpha nach 85 Minuten

 

Stopfhopfen:

34.5g Simcoe Pellets 12.9 Alpha

34.5g Cascade Pellets 8.7% Alpha

Nach 4 Tagen direkt in die Würze gegeben (ohne Umschlauchen)

 

Hefe:

Wyeast #1318 – London Ale III – Activator

 

Mai 142017
 

Nach nur 7 Tagen nach dem Gärstarter – darin war bereits eine Nacht im kühlen Gartenhaus bei 1°C enthalten war das Kellerbier bereit zur Abfüllung. Die Nottingham Hefe hat ganze Arbeit geleistet.

 

Abgefüllt wurde wieder in der Küche.

 

Diesmal habe ich auch einige 1 Liter Flaschen am Start.

Hier die Ausbeute:

 

Bereits 3 Tage nach dem Abfüllen habe ich eine Probe gekostet. Schon gut karbonisiert. Schöner Schaum. Runder süffiger Geschmack. Ein schönes, sehr gut trinkbares Sommerbier. Wobei ich vermute, es wird nicht so lange überleben :-). Ein tolles Rezept, das ich sicher noch einmal wiederholen werde.

Zum Wohl!

 

Mrz 242017
 

Die neuen Gärbehälter sahen so einsam aus und wollten gefüllt werden :-).

Die Behälter fassen ja 5 Liter. Angesetzt habe ich ersteinmal auf 4.5 Liter. Dazu habe ich folgende Zutaten benötigt:

  • Gärstarter: Aus dem Ingwer-Orangenwein Ansatz habe ich etwas abgesetzte Hefe (Kitzinger Flüssighefe „Portwein“) abgezwackt und mit etwas naturtrüben Apelsaft (100% Direktsaft) drei Tage stehen lassen und immer wieder etwas Apfelsaft nachgefüllt. Hat sich prima entwickelt.
  • 1000g Gefrorene Schwarze Johannisbeeren aus unserem Garten
  • 1kg Waldhonig
  • 1 Liter Johannisbeer-Himber-Apfelsaft (100% Direksaft)
  • 1.7g Hefenährsalz
  • 200g Zucker
  • Destilliertes Wasser zum Auffüllen auf 4.5 Liter

Zuerst habe ich die gefrorenen schwarzen Johannisbeeren in einem Kochtopf mit etwas destilliertem Wasser erhitzt, aber nicht gekocht. Die 200g Zucker habe ich dann darin gleich aufgelöst.

Im Bianco Mixer wurden die schwarzen Johannisbeeren nun auf kleinster Stufe eine Minute lang gemixt.

Das Fruchtmus wird dann gleich in den Gärbehälter mit einem Trichter abgefüllt.

Die Waldhonigbehälter werden im Wasserbad erwärmt damit der Honig besser herausgeht. Dann kommt der Honig mit etwas destilliertem Wasser in einen Topf und wird unter Rühren erwärmt bis sich der Honig mit dem Wasser vermischt hat. (Nicht zu heiß werden lassen)

Dann kommt das Honigwasser in den Gärbehälter. Mit etwas destilliertem Wasser habe ich die 1.7g Hefenährsalz aufgelöst. Auch das kommt in den Gärbehälter. Dazu kommt gleich ein halber Liter Himbeer-Johannisbeer-Apfelsaft. Und wenn das Gemich nicht wärmer ist als 25°C kommt dann der Gärstarter dazu.

Mit destilliertem Wasser bis auf 4.5 Liter auffüllen.

Gärkappe und Gärröhrchen aufsetzen und abwarten.

Bereits nach kurzer Zeit gärt es heftig.

 

Zu heftig.

 

Nach den Erfahrungen mit dem Himbeermet wird der Ansatz vorsichtshalber auf zwei Flaschen aufgeteilt.

 

Auch hier habe ich dann gleich den restlichen halben Liter Himbeer-Johannesbeer-Apfelsaft dazugegeben.

Wenn die Maische entfernt wird, passt das dann wieder in eine Flasche.

 

Tag 2

Es gärt weiter stürmisch.

 

 

Tag 4

Vorsorglich je 125g Honig zugegeben.

Tag 5

Vinometer Messung ergab 10% Alkohol. Noch genug Restsüße für Gärung vorhanden. Sehr fruchtiger Geschmack. Farbe ist intensiv dunkelrot.

Tag 6

Je 125g Honig zugegeben.

Tag 7

Abgemaischt mit Teesieb und Nussmilchbeutel. Aus den zwei Flaschen ist nun wieder eine geworden. Etwas Überschuss der nicht mehr in die Flasche passte habe ich in meinen Himbeermet Ansatz gegeben.

Schmeckt schon sehr lecker und super aromatisch und hat eine schöne kräftige Farbe.

Tag 12

100g Honig nachgelegt weil Zucker wieder aufgebraucht.

Tag 13

Nur noch schwache Gäraktivität. Geschmacksprobe gergibt: Fehlt wieder Zucker. 160g Traubenzucker hinzugefügt.

Tag 15

Nur noch schwache Gäraktivität. Geschmacksprobe gergibt: Fehlt wieder Zucker. 100 g Honig zugesetzt.

Tag 23

Alkoholmessung ergibt 15%! Es ist kaum Restsüße vorhanden. Mit 200g Honig Stufenweise nachgesüßt und mit 0.1g Kaliumdisulfit pro Liter geschwefelt. Umzug in das kühle Gartenhaus.

Tag 28

Den Schwarzen Johannisbeermet habe ich heute von der Hefe abgezogen und mit Kieselsol versetzt. Geschmacklich ist er sehr gelungen. Weich, kräftig und fruchtig.

Tag 35

Heute wurde der Schwarze Johannisbeermet – zusammen mit dem Himbeermet abgefüllt. Der ist sehr lecker und kräftig geworden. Dabei ist er nicht kratzig sondern schön weich und mild. 15% Alkohol hat er und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Klären wollte er sich allerdings bis jetzt so recht. Er ist aber auch sehr dunkel – wie der Name ja schon sagt.